Titel: Moriceau's Apparat zum Schleifen oder Schärfen der Kratzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149, Nr. XLIX. (S. 169–170)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/ar149049

XLIX. Apparat zum Schleifen oder Schärfen der Kratzen, von Hrn. Moriceau zu Mouy.

Aus Armengaud's Génie industriel, April 1858, S. 220.

Mit einer Abbildung auf Tab. III.

Zum Schärfen der Kratzenzähne bedient man sich gewöhnlich hölzerner oder metallener Stäbe, auf denen Smirgel angebracht ist, oder auch hölzerner Walzen, welche mit einer Smirgelschicht überzogen und auf einer eisernen Welle mit Platinen angebracht sind. Solche Walzen haben einen Durchmesser von 20 bis 30 Centimetern.

Man sollte diesen Walzen, wie der Verfasser sich überzeugte, einen viel kleinern Durchmesser geben, weil die Oberfläche starker Walzen bloß die Enden der Zähne berührt und sie nur wenig schärfen kann, indem sie eine Art Grath bildet. Walzen von kleinerm Durchmesser fassen hingegen die Zähne von Unten, schärfen sie zur Spitze, und da sich ihr Angriff nur auf einen kleinen Theil erstreckt, so werden die Kratzen weniger durch sie angegriffen und die Arbeit ist viel rascher ausgeführt.

Der Erfinder construirt von Sandstein oder einem feinen Stein kleine Walzen, die aus einer eisernen Welle und aus kleinen, mit einander verbundenen Schleifsteinen bestehen.

Man kann eine Walze aus einem einzigen Stück Eisen anfertigen, auf welches man Hanf oder eine ähnliche Substanz leimt, die alsdann mit Smirgel bedeckt wird.

Diese eiserne Walze kann auch mit einem Ueberzuge von Bimsstein versehen werden, der aus aneinander geleimten Stücken besteht.

Auch kann man sie mit Blei überziehen und dieses mit Smirgel versehen, der in hierzu auf der Walze angebrachte Vertiefungen eingetrieben wird.

Dieser Walze ertheilt man eine langsame hin- und hergehende Bewegung, wobei die Zähne in die kleinen, auf derselben befindlichen Vertiefungen gelangen, daher auf der Seite geschärft und so spitz gemacht werden, als man es verlangt; dieß läßt sich bei dem bisherigen Verfahren nicht erreichen, weil dabei die Reibung nur am Ende der Zähne stattfindet.

Diese Verbesserung wird den Spinnern gestatten, stärkere Drahtnummern zu den Kratzenzähnen anzuwenden, und dadurch festere und dauerhaftere Kratzen zu erlangen.

|170|

Die Walzen des Erfinders haben Durchmesser von 4 bis 15 Centimetern, je nach der Breite der Kratze; sie werden durch eine Rolle bewegt.

Die Hauptwalze A, Fig. 12, besteht aus einem oder aus zwei Schleifsteinen von Sandstein, die auf einer Hülse a angebracht sind, welche einen an der Welle B verschiebbaren Schlitten bildet.

Diese Welle wird durch eine Rolle umgetrieben, die ihre Bewegung mittelst des Getriebes V auf das Rad U überträgt, welches auf der Welle sitzt und die doppelte Schraube B umdreht.

Die Hülsen L und L', welche auf der Welle oder Schraube B angebracht werden, bestimmen den Weg, welchen der Schleifstein A unter dem Einfluß des in die Schraubengänge eingreifenden halbmondförmigen Stücks C zurücklegt.

Dieser Weg wird nach den Dimensionen der Kratzenbänder regulirt.

Auf den Zapfenlagern R angebrachte Supports O, auf welche die Stellschrauben S einwirken, gestatten eine größere oder geringere Annäherung des Schleifsteins A, je nachdem die Art des Schärfens es erfordert.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: