Titel: Hubert's Ventilirapparat für Segelschiffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149, Nr. XCVIII. (S. 354)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/ar149098

XCVIII. Ventilirapparat für Segelschiffe, von Hrn. Hubert zu Bordeaux.

Aus Armengaud's Génie industriel, Mai 1858, S. 261.

Mit einer Abbildung auf Tab. V.

Die auf den gewöhnlichen Handelsschiffen gebräuchlichen Ventilirapparate ließen bisher viel zu wünschen übrig, besonders wenn sie zum Ansaugen der in den untern Räumen befindlichen verdorbenen Luft benutzt werden sollen. Die trichterförmigen Apparate von Leinen mit einem äußern Luftfang bewirken das Einblasen frischer Luft in die untern Räume ziemlich gut, es fehlt ihnen aber an der nöthigen Kraft, um die verdorbene Luft heraus zu treiben.

Hubert's neuer Apparat scheint die Lücke der Ventilirapparate für Segelschiffe auszufüllen; er ist in Fig. 22 in einer äußern Ansicht dargestellt.

Der Haupttheil dieses Apparates, welcher in dem untern Schiffsraum angebracht wird, ist ein gewöhnlicher Ventilator a, der in dem Kasten d wirkt, welcher mit Oeffnungen zum Einziehen der Luft versehen ist. Dieser Kasten steht in directer Verbindung mit einer Röhre p, welche in den Bretern l und m der beiden Verdecke des Schiffes gehörig befestigt wird. An dem obern Verdeck l ist diese Röhre in ein kurzes Ansatzrohr k gesteckt, welches mittelst einer im Innern angebrachten Klappe geschlossen werden kann. In dieses Ansatzrohr ist auch die Ausströmungsröhre o gesteckt, welche die verdorbene Luft in die Atmosphäre abführt.

Ein starker Eisenstab i, welcher durch Füße und Bolzen j mit den Verdecken verbunden ist, trägt die Achse h des Schwungrades g, welches durch die Kurbel r in Bewegung gesetzt werden kann. Dieses Schwungrad von ziemlich großem Durchmesser ist mit einem Laufriemen f versehen, welcher um die kleine Rolle e an der Ventilatorwelle geht.

Der Betrieb dieses Apparates ist leicht einzusehen: die dem Ventilator a durch das große Rad g ertheilte sehr schnelle Bewegung saugt die in dem untern Schiffsraum enthaltene Luft in den cylindrischen Kasten d an, und treibt sie in die Atmosphäre durch die Röhre p, o aus, nachdem man die Klappe in dem Ansatzrohr k geöffnet hat; die so ausgetriebene Luft wird durch die natürliche ersetzt.

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