Titel: Brière's Maschine zum Boken von Flachs und Hanf.
Autor: Brière,
Fundstelle: 1858, Band 149, Nr. CXVI. (S. 416–417)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/ar149116

CXVI. Maschine zum Boken von Flachs und Hanf; von Hrn. Brière.

Aus Armengaud's Génie industriel, April 1858, S. 193.

Mit einer Abbildung auf Tab. VIII.

Die früheren Bokmühlen, um die Behandlung des Flachses auf der Breche zu ersparen und zugleich die Weichheit seiner Faser zu vermehren, bestanden aus Schlägeln die in einem Kasten bewegt wurden; man hat sie dann durch ein Rad ersetzt, welches auf einer ebenen Fläche umlief; hierauf durch zwei Mühlsteine, und endlich durch zwei conische Mühlsteine, die sich auf einer geneigten Fläche umdrehten. Diese Apparate hatten jedoch den Nachtheil, nur sehr langsam zu wirken und den Flachs oder Hanf zu zerknicken. Sie wurden mit Vortheil durch Bokmühlen mit gekrümmten Steinen ersetzt, welche in schmalen Vertiefungen laufen, in denen die Materialien am längsten unter der Einwirkung der Steine bleiben und dann zerquetscht (gespalten), aber nicht zerknickt hervorkommen, wie dieß bei den alten Apparaten der Fall war.

Der Apparat von Brière ist in Fig. 20 im senkrechten Durchschnitte dargestellt. Er besteht aus einer Granitplatte A, auf welcher der Flachs gebokt oder weich gemacht wird. Diese Platte hat eine schmale Vertiefung, welche als Weg für die Steine dient, die auf den Faserstoff drücken müssen.

Der Granitblock ist in ein Gerüst von Gußeisen B eingelassen, und dieses steht auf einem steinernen Fundament.

Auf der Platte A bewegen sich zwei Mahlsteine C, die ebenfalls aus Granit bestehen und sich frei um die liegenden Wellen I drehen, welche mit dem obern verstärkten Theil der stehenden Welle D verbunden sind. Diese Welle steht unten in der metallenen Pfanne K und wird oben durch den metallenen Hals H, welcher an der Granitplatte A mittelst der Schrauben h befestigt ist, in senkrechter Stellung erhalten.

Die Steine C werden durch die Hülsen J, welche sich frei auf der horizontalen Welle I drehen können, in gehöriger Entfernung von der stehenden Welle erhalten, während ihr Ablaufen von der liegenden Welle durch die Scheiben i und die Schließkeile i' verhindert wird.

Damit sich die stehende Welle D nicht erheben kann, ist ein durch Schrauben g, g' unter dem mit Verstärkungsrippen versehenen gußeisernen Gerüst B befestigter Muff G vorhanden.

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Die rotirende Bewegung der stehenden Welle D wird mittelst des Winkelrades E bewirkt, das auf derselben befestigt ist und in welches ein Getriebe F auf der liegenden Welle f greift, auf der auch die Treibrollen für die Bewegungsübertragung angebracht sind.

Diese Bokmühle hat, wie man sieht, eine sehr einfache Construction bei kräftiger Wirkung, denn sie verarbeitet täglich 1000 bis 1100 Kilogr. Material. Sie veranlaßt nur 3 bis 4 Procent Abgang, während derselbe bei den anderen Bokmühlen durchschnittlich 10 Procent beträgt.

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