Titel: Heilmann's Kämmmaschine.
Autor: Heilmann, Josua
Fundstelle: 1858, Band 149, Nr. CXIX. (S. 423–431)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/ar149119

CXIX. Beschreibung der Maschinen zum Kämmen der Wolle von Josua Heilmann.

(Fortsetzung von S. 350 des vorhergehenden Heftes.)

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Betrieb der Kämmmaschine für mittelstapelige Wolle. – Wirkung der Maschine auf die Wolle.

Fig. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8, Tab. VII, stellen im senkrechten Querschnitt die Zange, die Trommel, den Speiseapparat, den Ausreißapparat, so wie den festen Kamm in acht aufeinander folgenden Stellungen dar, welche sie bei dem Betriebe und der Verarbeitung der Wolle während acht verschiedener Momente von gleicher Zeitdauer einnehmen, nämlich bei jedem 1/16 Umgang der Trommel, auf deren Umfange die zwei Reihen von Operationen vor sich gehen.

Diese Organe sind dieselben wie die in Fig. 15, Tab. V, abgebildeten, aber sie sind hier nach einem größeren Maaßstabe gezeichnet; auch sind sie mit denselben Buchstaben wie in erwähnter Figur bezeichnet.

a und b sind die beiden Zangenbacken;

c sind die Kämme und o sind die Stäbchen oder Schienen der Zuführung oder des Speiseapparates;

h sind die mit Kämmen besetzten Segmente der Trommel, und i die mit Leder besetzten Segmente.

D und E sind die beiden Walzen des Abreißapparates.

r ist der feste Kamm.

In der ersten Stellung, Fig. 1, Tab. VII, befinden sich die noch nicht bearbeiteten Wollvließe zwischen zwei Reihen von Stäbchen o, sind von den Kämmnadeln c durchstochen und von den beiden Zangenbacken a, b so eingezwängt, daß der Stapelkopf oder Wollbart α aus denselben vorsteht.

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Fig. 2 und 3. Die Zange a, b dreht sich um ihre Achse, bis die Backe b tangential gegen den Umfang der Trommel zu liegen kommt und der Kopf des Stapels α eine solche Lage annimmt, daß er durch die Kämme der Segmente h bearbeitet wird.

Fig. 4. Zu gleicher Zeit hat die Zuführung c, o eine rückgängige Bewegung gemacht, und die Nadeln c, welche während der Stellung in Fig. 3 aus der Wolle herausgetreten waren, treten wieder in dieselbe zurück.

Fig. 5. In diesem Augenblick gehen die Backen a und b der Zange aus einander, die Zuführung c, o bewegt sich wieder abwärts und führt das Wollvließ mit sich.

Fig. 6. Der feste Kamm r treibt seine Nadeln in den Kopf oder Bart α des Vließes und die Walze D drückt diesen Kopf gegen das Segment i der Trommel.

Fig. 7. Alsdann erhält die Walze D von dem Segment i eine drehende Bewegung, wodurch der Kopf α des Vließes oder Bandes, sowie der Schwanz β zwischen die Walzen D und E gezogen werden, so daß aus beiden Zöpfen ein neues Vließ γ entsteht.

Fig. 8. Wenn der Kopf α einmal gehörig zwischen die Walzen D, E gelangt ist, entfernen sich dieselben wieder von dem festen Kamme r und von der Trommel, und reißen das Vließ aus den Nadeln dieses Kammes, so wie auch aus denen c der Zuführung. Wenn dann das ganze System wieder in die Stellung Fig. 1 zurückgekehrt ist, ist auch das Abreißen vollendet. Zugleich verläßt auch der feste Kamm r die Stellung, welche er im sechsten Tempo (Fig. 6) angenommen hatte und entfernt sich wieder vom Umfang der Trommel.

Nachdem das Kämmen vollendet ist, geht das Wollband γ, nachdem es die Walzen D, E verlassen hat, durch den Trichter V (s. Fig. 15, Tab. V) und wird von den Zugwalzen X, X angezogen.

Die Kämme h, welche auf den Schwanz β wie vorher auf den Kopf α eingewirkt haben, werden durch die Bürste U gereinigt, welche die Putzwolle an die Streichtrommel W abgibt, die ihrerseits durch den schwingenden Kamm Z davon befreit wird.

Vorsichtsmaßregeln beim Reguliren und beim Betrieb der Maschine.

Regulirung der Maschine, ehe die zu verarbeitende Wolle eingeführt wird (siehe Fig. 14 und 15, Tab. V). – Nachdem die Maschine montirt worden ist, muß man die Räder I und II (Fig. 14, Tab. V) möglichst tief in Eingriff bringen, dann aber von ihren |425| Wellen abschieben, damit die Trommel und die Kurbel f frei liegen; außerdem muß man die Federn G (Fig. 15, Tab. V) abhängen. Sind diese Vorsichtsmaßregeln getroffen, so wird die Regulirung folgendermaßen vorgenommen:

1) Der Rand der Backe b muß gegen den Umfang der Trommel so gestellt werden, daß er in seiner tangentialen Lage um 2 bis 3 Millimeter von diesem absteht, was mittelst der Schraube 1,2 bewerkstelligt wird. Darauf muß die Schraube 3 der Art gestellt werden, daß die Richtungslinie δδ' der Backe a (Fig. 7, Tab. VII) nahezu tangential zum Umfang der Trommel ist.

2) Die Warze der Kurbel f ist in der Mitte ihres Schlitzes einzustellen, so daß der Kurbelarm seine mittlere Länge hat.

3) Man muß das Rad II wieder in Eingriff bringen und das Gleitstück im Schlitze x so einstellen, daß die Backe b sich in dem Augenblick auf die Backe a legt, wo das zweite Kammsegment h der Trommel unter der Backe a liegt, und daß bei der Rückkehr nach Vorn die Zange sich öffnet, ehe der Anfang des Segmentes i unter das Ende der Backe a gelangt ist.

4) Es müssen die Hakenstangen j und die Stelle, wo sie mit dem Schlitz verbunden sind, so regulirt werden, daß in dem Augenblick wo die Backe a in Ruhe ist, die Nadeln c durch den Raum zwischen den beiden Reihen von Stäben o durch- und darüber hinausgehen; es reicht zu dem Ende hin, daß die Stangen j zu dieser Zeit an ihrem Anhängepunkte etwas Spielraum haben. Uebrigens muß der ganze Rückgang der Zuführung während der Zeit erfolgen, wo die Nadeln c gänzlich außer dem Bereiche der Stäbe o liegen, wie Fig. 3, Tab. VII, zeigt.

5) Es muß das Excentricum k so regulirt werden, daß das Vorrücken des gespeisten Materials unmittelbar nach dem Oeffnen der Zange beginnt, wie Fig. 6, Tab. VII, zeigt.

6) Wenn die Zange die weiteste Oeffnung hat, wird der Kamm r (Fig. 14 und 15, Tab. V) in den Schlitzen 14 des Hebels P so befestigt, daß während dieser auf den festen Punkten 15 ruht, die Spitzen der Nadeln um 2 Millimeter vom Umfange der Trommel entfernt sind, daß die Nadeln die in Fig. 7, Tab. VII, angedeutete Neigung gegen die Richtungslinie δδ' haben und daß endlich die Backe b den festen Kamm nicht berührt.

7) Das Excentricum R muß so gestellt werden, daß der feste Kamm r dem Umfange der Trommel so nahe als möglich gelangt, unmittelbar nachdem das Vorrücken der Speisung vollendet ist. Es müssen ferner die Hebel s, t so regulirt werden, daß ein Spielraum von 2 bis 3 Millimeter |426| zwischen dem Excentricum R und seiner Frictionsrolle bleibt, während der Kamm unten ist.

8) Man muß den Druck der Walze D gegen die Walze E mittelst der Stangen und Hebel 4, 5, 6, 7, 8, 9 so reguliren, daß man keine Faser zwischen diesen Walzen herausziehen kann, ohne sie abzureißen. Die Gewichte F müssen so schwer seyn, daß sie den Walzen D und E ein Bestreben zu steigen ertheilen.

9) Die Walze D muß von dem festen Kamm um 3 Millimeter entfernt seyn und in dieser Stellung durch die Schrauben 10 befestigt werden.

10) Wenn die Walzen D, E ganz oben sind, muß man mittelst der Lager des Drehzapfens J die Walze E bis auf 1 1/2 Millimeter dem Segment i der Trommel nähern.

11) Beim höchsten Stande der Walzen D, E muß die Walze D, ehe die Hebel N ihre Ruhelage auf den Hebeln H verlassen haben, um 6 Millimeter von dem Segment i entfernt seyn, was mittelst der Schrauben 11 bewirkt wird.

12) Das Rad I ist nun der Art einzurücken, daß die Walze D gerade in der Mitte des Trommelsegments i liegt.

13) Vermittelst der Schrauben 16 ist die Entfernung zwischen dem Putzdeckel y und der darunter befindlichen Riffelwalze D so zu reguliren, daß er auch bei der höchsten Stellung der Walze D immer noch um einige Millimeter von dieser absteht.

14) Das Bürstenrad U muß eine solche Stellung erhalten, daß die Bürsten bis in die Nadeln h der Trommel eingreifen, jedoch auch nicht weiter. Die Streichtrommel W muß vom Bürstenrad gerade berührt werden, ohne daß jedoch die Bürsten in ihren Beschlag eingreifen.

15) Die Bürstenradwelle und der schwingende Kamm Z müssen bei ihrer Bewegung etwas Spielraum haben.

16) Endlich sind die Federn G an ihren Platz zu bringen.

Als Erleichterungsmittel bei der Aufstellung kann man am Gestell, concentrisch mit der Trommel, einen in 16 gleiche Theile getheilten Kreis vorzeichnen.

Definitive Regulirung der Maschine mit der Wolle. – Nachdem die provisorische Regulirung vollendet ist, zieht man die zu kämmenden Wollbänder durch die Löcher der Leitung Q (Fig. 15, Tab. V) in die Maschine ein und schiebt sie mittelst eines glatten Weißblechstreifens zwischen die beiden Stabreihen o ein, indem man mit der andern Hand die mit Nadeln versehene Platte c in die Höhe hebt; man läßt den Kopf dieser Bänder um etwa 30 Millimeter über die Zange hervorragen und streicht ihn etwas glatt; dann setzt man die Maschine in Bewegung.

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Nach der Beschaffenheit der Wolle sind bei der beschriebenen Aufstellung der Maschine noch verschiedene Regulirungen erforderlich, die aber nicht eher gemacht werden können, als wenn die Maschine bereits mit dem zu kämmenden Material versehen ist.

Die Länge des nicht verarbeiteten Bandes, welche bei jedem Spiel vom Speiseapparat geliefert wird, kann um so größer werden, je größer die Faserlänge der Wolle ist; der bei jedem Spiel abgerissene Zug wird dann dicker, und die Maschine producirt mehr. Dieß findet jedoch seine Gränze in der Menge des Materials, welches die Walzen abzureißen vermögen. Zur Regulirung der Bandlänge dient der Schlitz 17, mit welchem die Stange n verbunden ist (Fig. 14, Tab. V).

Die Reinheit des gekämmten Products hängt ab von dem Schlusse der Zange, wenn dieselbe tangential gegen den Umfang der Trommel gerichtet ist, und von der Feinheit der Kämme h und des festen Kammes r; die Leichtigkeit mit welcher die Kämme je nach der Feinheit des Materials und dem Grade seiner Vorbereitung in dasselbe eindringen, ist ebenfalls ein wichtiger Factor. Andererseits werden die Nadeln um so mehr angegriffen, je feiner sie sind und je näher sie der Zange liegen.

Die Entfernung zwischen dem Ende der Backe a und den Walzen D, E, welche nach Belieben mittelst der Schrauben 3 und 10 regulirt werden kann, hängt von der Länge des herausgezogenen Wollbartes ab, und folglich von der Quantität Kämmlinge, welche man absondern will. Je kleiner man diese Entfernung also macht, desto mehr gewinnt man an Wolle, jedoch auf Kosten ihrer Reinheit.

Der Druck, welchen die Walze D auf das Segment i ausübt, kann mittelst der Stellringe 13 gesteigert werden, wenn es den Walzen zu schwer wird den Zug abzureißen; durch einen zu starken Druck erhält jedoch die Maschine einen stoßenden Gang.

Der Winkel, um welchen die Walze D sich auf dem Segment i dreht, muß groß genug seyn, damit der Zug gehörig gefaßt wird, denn hiervon hängt die scharfe Abtrennung zwischen dem Schwanz und dem Kopf des Zuges vorzüglich ab. Dieser Winkel kann durch Verlängerung oder Verkürzung der federnden Stangen M, die man mittelst der Muttern 12 bewirkt, verändert werden. Eine langstapelige Wolle erfordert eine große Bogenlänge.

Die Umfangsgeschwindigkeit der Zugwalzen X, Y richtet sich nach der Austrittsgeschwindigkeit des gekämmten Wollbandes. Man regulirt dieselbe durch Wechselräder an der Achse des Stirnrades III.

Die Länge des Zangenlaufes richtet sich nach der Länge des Wollbartes und wird mittelst der Kurbel f regulirt.

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Der feste Kamm r muß zur rechten Zeit niedergehen; er muß in den Kopf des Kammzuges eintreten, ehe eine einzige Faser daraus gezogen ist, aber erst nachdem der Speise- oder Zuführapparat vorgerückt ist. Wenn der feste Kamm unten ist, so muß er eine solche Lage haben, daß die Wolle leicht in ihn eindringt, und daß immer nur solche Wolle vorn über ihn hervorragt, welche bereits gekämmt ist, da er den Zweck hat die Uneinigkeiten zurück zu halten, welche zwischen ihm und dem letzten Kamm der Zuführung liegen.

Der Trichter V, durch welchen das gekämmte Wollband geht, das von den Zugwalzen X, Y angezogen wird, kann sich nach Belieben erweitern, je nachdem man ein breites oder schmales Band bilden will.

Wenn man genöthigt gewesen ist, eine der eben angegebenen Abänderungen vorzunehmen, so trifft es sich oft, daß man auch die übrigen Bewegungsmechanismen in Uebereinstimmung mit jenen Abänderungen reguliren muß, weil man immer die oben bezeichneten acht Hauptstellungen im Auge zu behalten hat.

Vorsichtsmaßregeln während des Betriebes der Maschine. – Man muß von Zeit zu Zeit die Nadeln c der Zuführung reinigen, damit der Staub dieselben nicht hindert gehörig in die Wolle einzudringen.

Auch muß man die Riffeln der Backe b reinigen, sobald sich ein fremder Körper oder Schmutz darin festsetzt und die Zange nicht mehr gut schließt, so daß Wollfasern durchgehen könnten.

Die Nadeln der Kämme h müssen, wenn sich Häkchen an denselben bilden, wieder aufgerichtet werden, weil sonst das Bürstenrad U seine Wirkung nicht mehr gehörig ausüben könnte.

Endlich muß auch der feste Kamm r, sobald er zu unrein geworden ist und die Nadeln daher nicht mehr die erforderliche Arbeitslänge haben, gereinigt werden.

Die Bänder, welche die Maschine verarbeiten soll, müssen in hinlänglicher Anzahl vorhanden und dünn genug seyn, um sich gleichförmig über die Länge der Zange zu vertheilen.

3. Kämmmaschine für langstapelige Faserstoffe (Tab. VII).

Diese Maschine besteht aus einer größeren Menge einzelner Theile als diejenige für mittelstapelige Wolle, hat aber in den Haupttheilen eine solche Aehnlichkeit mit der letztern, daß man die Wirkungsweise der Maschine, trotz der Unmöglichkeit in zwei Abbildungen alle Theile genügend darzustellen, vollständig erläutern kann.

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Fig. 9, Tab. VII, zeigt den Verticaldurchschnitt der Maschine rechtwinkelig zur Betriebswelle.

Fig. 10 ist die Vorderansicht der Maschine.

Y, Y sind die parallelen Ständer des Gestelles, in welchen die Wellen aller Haupttheile der Maschine aufgelagert sind.

Y' eine horizontale Platte, auf welcher die beiden Ständer Y, Y befestigt sind.

Die Zange besteht aus zwei Backen, von denen die eine 2 mit Leder belegt und die andere mit drei Riffeln versehen ist.

A, B Hebel, auf denen die Backen a und b befestigt sind, deren Drehachse in C ist.

Der auf der Achse C befestigte Hebel B macht eine hin- und hergehende Bewegung, die ihm durch den Hebel d und die Kurbelstange e ertheilt wird; letztere ist mit der Kurbelscheibe f, die auf der Achse der Kämmtrommel D sitzt, verbunden.

Der zweite Hebel A dreht sich lose auf der Achse C und erhält durch die Federn E das Bestreben, sich gegen die festen Punkte i am Gestelle anzulegen; er verläßt diese Stellung nur dann, wenn die Backe b sich auf die Backe a auflegt und diese in ihrer Bewegung, die sie von der Kurbelscheibe f empfängt, mitnimmt, wobei die Federn E angespannt werden.

Der Speise- oder Zuführapparat besteht wie bei der Maschine für mittelstapelige Faserstoffe aus Nadeln g, welche zwischen Stäbchen liegen.

Dieser Zuführapparat ruht auf der unteren Backe a der Zange und folgt deren Bewegungen, indem er die doppelte Aufgabe hat, abwechselnd die Nadeln zwischen die Stäbchen ein- und aus denselben herauszuführen und das ganze System der oberen Backe b bald zu nähern, bald von derselben zu entfernen. Dieser zweite Theil seiner Aufgabe wird mittelst des Excentricums h erfüllt, welches mit der Zuführung durch die beiden Hebel j, j', die Stange k und die Welle l verbunden ist.

Ueber der Zuführung liegen ein Fadenführer 8 und zwei Einführwalzen 9, 9, welche die Welle zwischen die Kämme und die Stäbchen g vertheilen.

Der Abreißapparat besteht aus zwei Walzen J und G, von denen die letztere mit Leder überzogen ist.

Diese beiden Walzen werden durch Stangen und Hebel 1, 2, 3, 4, 5 und durch die Gewichte H gegeneinander angedrückt.

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Außerdem sind sie mit den um die Achse L drehbaren Hebeln J u. K verbunden, welche in die doppelten excentrischen Nuthen der Scheiben M eingreifen und dadurch eine hin- und hergehende Bewegung erhalten.

D ist eine Kämmtrommel, bestehend aus einem mit Leder überzogenen Segment N und aus einem andern mit Kämmen besetzten Segment O.

Die Walze F wird gegen das mit Leder besetzte Segment N dieser Trommel mittelst der federnden Stangen I und der Hebel p angedrückt.

Die Excentrics M wirken auf die Hebel J und K der Art, daß die Walze F, sobald sie ihre Drehbewegung vollendet hat, schon ihre Bewegung um die Achse L beginnt, noch ehe sie den Lederbeleg N verlassen hat; dieß wird durch die Nuth y des Excentricums M und den Hebel J vermittelt.

Die Abstellung der Walze F vom Lederbeleg N geschieht durch die zweite Nuth y' und den Hebel k.

Der feste Kamm besteht aus einer mit Nadeln besetzten Schiene O, welche mit den beiden Hebeln P verbunden ist, die auf der Welle 6 befestigt sind, und in den festen Punkten 7 des Gestelles aufruht. Dieser Kamm wird zeitweilig aus seiner festen Lage durch das Excentricum Q und die Hebel q, q' entfernt.

Der Zugapparat besteht aus einer mit Nadeln und Stäben versehenen Walze R, welche aus zwei Halbcylindern r, r' gebildet wird, von denen der eine r fest und der anderes beweglich ist; letzterer erhält seine Bewegung durch den Hebel S und die Welle s.

T ist eine Feder, welche den Halbcylinder r' gegen den festen Halbcylinder r andrückt.

f ist ein auf der Welle s befestigter Handgriff.

u ist eine mit einem Schlitze u' versehene Fallklinke für den Hebel S.

U ist ein mit der Fallklinke durch die Stange z verbundener Tritt. W ein Bürstenrad, welches zum Reinigen der Nadeln der Walze R dient.

Das Putzen. – Der Putzapparat besteht aus einem Bürstenrad x, welches sich ununterbrochen um seine Achse dreht und dazu dient, das Nadelsegment der Kämmtrommel D zu putzen. Zum Reinigen des Bürstenrades x dient die mit Kämmen und Stäbchen besetzte Walze Z.

Bewegungsübertragung. – Die Hauptwelle I erhält ihre Bewegung durch die Riemenscheiben w, w', von denen die eine eine Losscheibe ist. Von hier aus wird die Bewegung auf die einzelnen Theile der Maschine durch das Räderwerk II, III, IV, V, VI, VII, VIII, IX, X, XI, XII, XIII, XIV, XV übertragen. Nur die Walze 2 wird unmittelbar |431| von der Hauptwelle I aus mittelst eines Lausriemens in Bewegung gesetzt.

Wirkungsweise der Maschine. – Die durch den Fadenführer 8 und die Einführwalzen 9, 9 aufgehobenen Wollbänder gelangen zwischen die beiden Stabreihen des Zuführungsapparates und werden dann von den Nadeln 9 und den beiden Backen a und b der Zange so gefaßt, daß ein Stapelkopf oder Wollbart über die beiden Backen herausragt. Dadurch, daß die Zange a, b einen Bogen um die Drehachse C beschreibt und eine tangentiale Lage gegen den Umfang der Trommel D annimmt, übergibt sie den Wollbart den Nadeln O zum Durchkämmen. Gleichzeitig zieht sich der Zuführapparat zurück, und die Nadeln g welche bis jetzt außerhalb der Fasern lagen, treten wieder zwischen diese ein. Dann öffnet sich die Zange, der feste Kamm o sticht seine Nadeln in den Wollbart ein, und die Walze F drückt denselben gegen den sich darbietenden Lederbeleg N an; hierauf macht das Segment N eine Drehbewegung und zieht den vorderen Theil des neuen Bandes, sowie den Hinteren Theil des vorhergehenden zwischen die Walzen F, G. Wenn die Walze F ihre Drehbewegung beginnt, geht der Zuführapparat mit den Wollbändern wieder nach vorn. Ist dann der Wollbart einmal von den Walzen F und G gefaßt, so entfernen sich diese wieder von dem festen Kamm O und dem Segment N, und reißen den Kammzug von den Nadeln g des Zuführapparates und denen des festen Kammes o ab; nach vollendetem Abreißen kehren sie in ihre ursprüngliche Stellung zurück und beginnen ihre Operationen von Neuem. Gleichzeitig entfernt sich der feste Kamm o etwas vom Umfang der Trommel D und geht dann ebenfalls in seine ursprüngliche Stellung über.

Die Wolle tritt, nachdem sie die Walzen F, G verlassen hat, in die Nadeln der Walze R ein. Ist diese Walze gehörig mit gekämmtem Product angefüllt, so gibt man durch Niederdrücken des Handgriffs t den Hebeln S und folglich auch dem Halbcylinder r' so viel Bewegung, daß die Klinke u in den Einschnitt u' einfällt; dann reißt man die Wolle quer durch und läßt sie durch die langsam vorrückenden Stäbe der Walze R von dieser abstreifen. Ist dieß geschehen, so wird durch Niedertreten des Tritts U die Fallklinke u wieder ausgehoben, so daß der Halbcylinder r', auf welchen jetzt nur noch die Feder T einwirkt, in seine ursprüngliche Lage zurückkehren kann.

Es erübrigt uns nun noch, die Kämmmaschine für kurzstapelige Faserstoffe zu beschreiben.

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