Titel: Verfahren zur Darstellung eines von Alkali freien Uranoxydes; von L. Keßler.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 4 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi01_4

Verfahren zur Darstellung eines von Alkali freien Uranoxydes; von L. Keßler.

Diese Methode gründet sich auf die große Verwandtschaft der Alkali-Bicarbonate zum Uranoxyd und die geringe Verwandtschaft des Urans zum Schwefel.

Man löst die Pechblende in Salpetersäure, fügt Wasser hinzu, fällt bei ungefähr 30° C. mit Schwefelwasserstoff und filtrirt die Schwefelverbindungen von Arsen, Kupfer und Blei ab. In der Flüssigkeit oxydirt man das Eisen wieder, entweder durch Chlor oder durch warme Salpetersäure, setzt Weinsteinsäure hinzu und sättigt durch Ammoniak, wodurch Alles in Lösung bleibt. Bringt man in diese Lösung gut mit Kohlensäure gesättigtes zweifach-kohlensaures Natron und leitet nun neuerdings und rasch Schwefelwasserstoff ein, so werden Zink, Eisen, Nickel und Kobalt gefällt, während das Uranoxyd in Lösung bleibt. Man wascht diesen Niederschlag mit einer verdünnten Lösung von mit Kohlensäure gut gesättigtem zweifachkohlensaurem Natron, welche mit Schwefelwasserstoff versetzt ist. Durch Verdampfen der Flüssigkeit und Glühen des Rückstandes erhält man das Uranoxyd.

Bei Ausführung dieses Verfahrens hat man dafür zu sorgen, daß während des Einleitens des Schwefelwasserstoffs in die weinsteinsaure Flüssigkeit stets überschüssige Kohlensäure in der Lösung vorhanden ist, weil diese das Uran vor der Schwefelung schützt, und die Schwefelmetalle hindert, lösliche Sulfosalze zu bilden. Dieß geschieht, indem man das Schwefelwasserstoffgas aus einem Apparat entwickelt, in welchem sich neben dem Schwefeleisen Marmor befindet. – Wenn die Gegenwart von etwas Alkali im Uranoxyd nicht schadet, so kann man die Weinsteinsäure durch Weinstein ersetzen. (Comptes rendus, 1858, t. XLVI p. 530.)

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