Titel: Schramm's Behandlung der Baumwollsamen zur Gewinnung des Oels.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 7 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi01_7

Schramm's Behandlung der Baumwollsamen zur Gewinnung des Oels.

Diese Behandlung der Baumwollsamen beruht auf der Zerstörung der Fasern oder Fäden, womit die Samenkörner fast immer überzogen sind, wenn sie aus den Egrenirmaschinen kommen; diese Wolle ist das Haupthinderniß einer leichten Extraction des Oels.

Man gießt in ein geeignetes Gefäß eine gewisse Quantität concentrirter Schwefelsäure, und taucht in diese Säure so viele Samenkörner, als sie zu befeuchten vermag; um dieses Befeuchten möglichst zu erleichtern, rührt man die Körner um. Die Menge der erforderlichen Säure hängt von dem sehr verschiedenen Faserngehalt der zu behandelnden Körner ab.

Durch dieses Verfahren werden die Fäden, womit die Samenkörner umhüllt sind, in einigen Minuten zerstört und gleichzeitig erhält die Schote das Bestreben sich von der Mandel des Samenkorns zu trennen. Man verdünnt alsdann das Gemisch mit Wasser; mittelst eines am Boden des Apparats angebrachten Hahns zieht man die Flüssigkeit ab, welche die verkohlten Substanzen enthält. Letztere werden |80| hierauf mit neuem Wasser gewaschen, um ihnen alle anhängende Säure zu entziehen, und man findet alsdann, daß die Fasern vollkommen zerstört wurden, während die Mandeln und Schoten ganz unversehrt blieben. Man darf jedoch die Samenkörner mit der Säure nicht zu lange in Berührung lassen, weil nach einer gewissen Zeit auch die Schote und Mandel angegriffen würden. Nach dieser Behandlung werden die gewaschenen Samenkörner getrocknet, und das Oel kann dann auf gewöhnliche Weise daraus gewonnen werden. – Die bei dieser Operation erzeugte verdünnte Schwefelsäure kann man durch Abdampfen concentriren, um sie neuerdings zu demselben Zweck zu verwenden. (Repertory of Patent-Inventions, 1857.)

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