Titel: Darstellung des Kartoffelmehls zur Bereitung von Suppen etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 9 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi01_9

Darstellung des Kartoffelmehls zur Bereitung von Suppen etc.

Hr. Fabre zu Vaugirard hat der Société d'Encouragement in Paris Proben seines Kartoffelmehls übergeben, worüber Hr. Herpin einen sehr günstigen Bericht erstattete. Dieses Product wird folgendermaßen bereitet.

Kartoffeln von den besten Sorten werden zuerst gereinigt, gebürstet und mit viel Wasser gewaschen. Man kocht sie dann in einem mit Wasser gefüllten Kessel. Nachdem die Knollen nahezu gekocht sind, nimmt man sie heraus, schalt sie ab und schneidet sie in dünne Schnitte; dann bestreut man sie mit feinem Salz, im Verhältniß von 4 Pfd. Salz auf 100 Pfd. Kartoffeln; hernach läßt man sie in einem geheizten Raume trocknen.

Sind die Schnitte gehörig ausgetrocknet, so zerstößt man sie, und verwandelt sie in einer hierzu geeigneten Mühle in Gries oder in Mehl.

In Folge dieser Behandlung hat die Kartoffel beiläufig vier Fünftel ihres Gewichts und Volums verloren. Gehörig eingepackt und an einem trockenen Orte aufbewahrt, erhält sie sich lange Zeit unverändert.

Der auf angegebene Weise aus gekochten Kartoffeln bereitete Gries ist fein gekörnt, hat eine hellgelbe Farbe, den Geschmack und Geruch gekochter Kartoffeln.

Das aus den gekochten und getrockneten Kartoffeln dargestellte Mehl hat das Ansehen der Stärke, aber eine gelbliche Farbe und einen merklicheren Geschmack.

Um mit diesem Gries eine Suppe zu bereiten, braucht man nur 3 Loth desselben in 15 Loth Wasser, Fleischbrühe oder Milch zu rühren und das Ganze fünf bis sechs Minuten lang kochen zu lassen. Solche Suppe hat eine gewisse Consistenz, riecht schwach nach gekochten Kartoffeln, schmeckt angenehm und ist leicht verdaulich.

Hr. Fabre verkauft im Detail das Kilogr. Kartoffelgries für 1 Fr. 50 Cent.

(Bulletin de la Société d'Encouragement, Mai 1858, S. 264.)

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