Titel: Wirksames Mittel gegen Zahnweh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 12 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi02_12

Wirksames Mittel gegen Zahnweh.

Indem wir hier ausnahmsweise, statt einer technischen Neuigkeit, unsere geehrten Leser auf ein neues sehr wirksames Mittel gegen Zahnweh (Nerven-Zahnweh) aufmerksam machen, glauben wir uns im Voraus ihres Dankes versichert halten zu dürfen, da wir aus eigener Erfahrung dasselbe nicht genug empfehlen können. Es wird nicht seinen Dienst versagen, wenn es angewandt wird, wie es von Dr. J. Schiel, dem wir es zu verdanken haben, im neuen Jahrbuch für Pharmacie Bd. IX S. 320 beschrieben worden.

In ein sogenanntes Stengelglas oder in irgend ein Glas von nicht zu großer Weite wirft man ein Bäuschchen Baumwolle, das man mit Schwefelkohlenstoff getränkt hat und hält das Glas auf die Stelle des Gesichtes, die den schmerzhaften Zahn bedeckt. Nach wenigen Secunden entsteht ein lebhaft brennendes Gefühl, wobei die Haut leicht geröthet wird.

In den meisten Fällen ist eine 10 bis 15 Secunden dauernde Einwirkung nach Beginn des brennenden Gefühls hinreichend, um den Schmerz zu beseitigen. Gewöhnlich verschwindet mit dem Brennen der Zahnschmerz wenige Secunden nach Entfernung des Glases, zuweilen ist jedoch nach Verlauf von 8 bis 10 Minuten eine wiederholte Anwendung erforderlich. Hat man kein Glas zur Hand, so kann man die betreffende Hautstelle mit dem mit Schwefelkohlenstoff getränkten Baumwollbäuschchen bis zum Entstehen des brennenden Gefühls betupfen; des nicht gerade angenehmen Geruches des Schwefelkohlenstoffs wegen ist diese letztere Methode jedoch weniger zu empfehlen, obgleich sie gelegentlich gegen Gesichtsneuralgien u.s.w. vortreffliche Dienste leistet. Der Schwefelkohlenstoff wirkt als Hautreizmittel manchmal fast unglaublich, und verdient mehr angewendet zu werden, als dieß bisher der Fall war. Der üble Geruch desselben ist übrigens nicht schwierig zu beseitigen, da die Substanz äußerst flüchtig ist. Das Auslüften eines Zimmers während weniger Minuten reicht hin, um jede Spur desselben zu entfernen. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1858, Nr. 15.)

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