Titel: Heizkraft messingener und eiserner Rauchröhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 3 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi02_3

Heizkraft messingener und eiserner Rauchröhren.

In der Institution of Mechanical Engineers ist unlängst durch G. Tosh eine Discussion über die vergleichsweise Heizkraft messingener und eiserner Rauchröhren hervorgerufen worden, welche weitere Beachtung zu verdienen scheint. Das American Railroad-Journal tritt nämlich der Ansicht, daß kupferne Rohre, der höheren Wärmeleitungsfähigkeit des Kupfers wegen, vortheilhafter seyen als eiserne, entschieden entgegen und veranlaßte G. Tosh, mit einem freilich etwas unvollkommenen Apparate, directe Versuche hierüber anzustellen. Er ließ zwei 6 Zoll weite, 2 Fuß lange cylindrische Gefäße mit einem 2 Zoll weiten Rauchrohre von der Blechstärke Nr. 14 nach der Blechlehre anfertigen, und zwar war bei dem einen Gefäße das Rauchrohr von Eisen, bei dem andern von Messing. Die Gefäße wurden mit Wasser von gleicher Beschaffenheit und Temperatur gefüllt und über einer Gasflamme abwechselnd gleich lange aufgestellt, so daß man die in gleichen Zeiten durch dieselbe Wärmemenge verdampfte Wassermenge leicht erhalten konnte. Nachstehendes Täfelchen zeigt, wie viel Zoll Wasser in gleichen Zeiten verdampft wurden.

Metall der
Rauchröhren.
Verdampftes Wasser in Zollen.
Versuchsnummer.
1 2 3 4 5 6 7 8 Mittel.
Messing 2 3/4 2 1/2 2 1/8 3 3 1/4 3 1/4 3 2 1/2
Eisen 1 5/8 3/8 2 1 1/2 2 5/8 2 3/4 2 3/4 2 1/4 2
|156|

Im Mittel verdampft also das messingene Rauchrohr 25 Proc. mehr Wasser, als das eiserne. Ein kupfernes Rauchrohr ergab sogar eine um 56 Procent höhere Verdampfungskraft. Johnson bezweifelt die Zuverlässigkeit dieser Angaben, da ihm eigene Beobachtungen an einem 160pferdigen Dampfkessel keine Differenz gezeigt hatten, und Prof. Rankine weist auf Versuche von R. Napier hin, welche nur eine geringe Differenz von 3 bis 5 Proc. ergaben, so wie darauf, daß hierbei sehr viel auf den Zustand der äußeren und inneren Oberfläche der Röhren ankomme. (Aus dem Civilingenieur, 1858, Bd. IV S. 30.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: