Titel: Mittel, um Stein- oder Ziegelmauern vor Erdfeuchtigkeit, und Gyps vor den Wirkungen der Nässe zu schützen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 4 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi02_4

Mittel, um Stein- oder Ziegelmauern vor Erdfeuchtigkeit, und Gyps vor den Wirkungen der Nässe zu schützen.

In Indien bedient man sich zur Erreichung dieses Zweckes eines Putzes, der sich als vollkommen dauerhaft bewährt hat, wie man aus einem Beispiel an der Kathedrale von Madras findet, deren Putz seit 49 Jahren hergestellt ist und sich in einem ausgezeichnet guten Zustande befindet. Der dazu verwendete Mörtel besteht aus 1 Theil Kalk und 1 Theil schönem Flußsand, die vollkommen mit Wasser angemacht und tüchtig durchgearbeitet werden. Der Mörtel wird je nach dem Bedürfniß in ein, zwei oder drei Schichten angeworfen; bevor dieß aber geschieht, wird die Mauer mit einer Kelle abgekratzt, vollständig gereinigt und dann mit Wasser benetzt. Ist die Mauer gehörig vorbereitet, so ertheilt man dem Mörtel die erforderliche Consistenz durch Wasser, in welches Jaghery (ein brauner, sehr harter Zucker) in dem Verhältnis von 225 Grm. Zucker auf 4 1/2 Liter Wasser aufgelöst wurde. Man trägt ihn nur mit der Kelle in einer Stärke von beiläufig 14 Millimeter auf und ebnet ihn mit einem hölzernen Reibebret so lange, bis er eine ganz gleiche Oberfläche bildet. Der Mörtel für die zweite Schicht besteht aus 3 Theilen Kalk und 1 Theil reinen weißen Sandes; diese Schicht wird zwei Tage nach der ersten aufgetragen, während diese noch feucht ist. Zu der dritten Schicht nimmt man 4 Theile Kalk und 1 Theil weißen Sand und trägt ihn einen oder zwei Tage nach der früheren Schicht auf, die nun Zeit gehabt hat zu trocknen.

Um Gyps vor den Einflüssen der Witterung zu schützen, gebraucht man folgende Composition: 3 Theile gekochtes Leinöl, 1/6 von dem Gewicht des Oels Silberglätte (Bleioxyd) und 1 Theil Wachs. Die Flächen, welche man anstreichen will, müssen vollkommen trocken seyn, worauf die Mischung in heißem Zustande mit einem groben Pinsel aufgetragen wird. (Beilage zu Förster's allgemein. Bauzeitung, Bd. VI S. 158.)

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