Titel: Fadenwachs für die Weberei; von Emil Kellermann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 9 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi02_9

Fadenwachs für die Weberei; von Emil Kellermann.

Ein Pfund gepulverter und mit 1/4 Pfund gepulvertem Talk gut gemischter Graphit wird in eine gleiche Gewichtsmenge zerlassenem, scharf heißem Bienenwachs, unter Umrühren, allmählich eingetragen. Dieses Fadenwachs ist nach dem Erkalten sogleich anwendbar.

Ueber den Gebrauch desselben diene Folgendes. Die einzureibenden Fäden werden entweder eingespannt oder mit der einen Hand so fest gehalten, daß man den Wachsballen in der andern mit ziemlichem Druck hin- und herstreichen kann. Je kräftiger und anhaltender man streicht, desto leichter theilt sich das Wachs den Fäden mit, weil die sich entwickelnde Wärme zu Hülfe kommt. Beim Streichen nehme man nicht mehr wie circa 15 bis 20 Fäden auf einmal, sorge dafür, daß sie möglichst neben einander liegen und durch Aenderung der Lage zwischen den Fingern dem Wachs abwechselnd verschiedene Seiten bieten. Die Fäden, welche man beim Einreiben übergeht, werden sich bald durch Rauhwerden bemerkbar machen und man unterlasse nicht, hier bald nachzuhelfen. Außerdem ist es räthlich, die Ecken bei Harnisch-Einrichtungen, sowie die Puppen, wo diese gegen die Gitterstäbe reiben, nach Verlauf einiger Zeit noch einmal durchzustreichen. Nach dem Streichen mit dem Wachs schütte man kleine Partien von dem Pulver auf einen wollenen Lappen und überreibe das Ganze noch einmal. Das Resultat dieser Arbeit ist, daß sämmtliche dieser Art behandelte Schnüre oder Fäden völlig gegen durch Temperaturwechsel bedingte Dimensionsveränderungen und Durchreiben geschützt werden und ihre natürliche Weichheit |159| behalten. Die Fäden nehmen an den Reibepunkten mit der Zeit einen schönen Metallglanz an und glätten sich außerordentlich. Außerdem hat man in Folge verminderter Reibung leichtere Weberei. (Deutsche Gewerbezeitung, 1858 S. 158.)

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