Titel: Platingehalt der Platinrückstände.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 4 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi03_4

Platingehalt der Platinrückstände.

Einen aus gewöhnlichen Platinrückständen bereiteten schwarzen krystallinischen Iridiumsalmiak übergössen Dr. A. Mucklé und F. Wöhler (Annalen der Chemie und Pharmacie Bd. CIV S. 368) mit einer Lösung von Cyankalium und fanden, daß das Salz eine auffallende Farbenänderung erlitt. Es wurde hell gelbbraun und die Lösung roch nach Cyanammonium oder Blausäure. Letztere wurde abgegossen, das Salz abgespült und in heißem Wasser gelöst. Es schied sich beim Erkalten in gelben glänzenden Oktaedern aus, die aus

PtCl₂ + KCl,
NH₄ Cl

bestanden, in 100 Thln.:

Pt

41,85

PtCl₂

71,95
Cl 45,36 K Cl 17,93
K 9,41 NH₄Cl 10,15
NH₄ 3,41 –––––––
–––––– 100,03
100,03

Die davon abgegossene Flüssigkeit enthielt eine eben so große Menge Iridiumsesquichlorür-Doppelsalz.

Verschiedene Sorten Petersburger und Pariser Platinrückstände wurden auf Iridiumsalmiak verarbeitet und lieferten schwarze Krystalle, die sich eben so verhielten, wie die oben angeführten. In reinem Ammonium-Iridiumsesquichlorür, von Claus herrührend, konnte kein Platingehalt entdeckt werden.

Es enthält also der Platinrückstand noch ansehnliche Mengen Platin, das sich durch Königswasser nicht ausziehen läßt.

Will man den platinhaltigen Iridiumsalmiak reinigen, so ist ein Ueberschuß von Cyankalium zu vermeiden, widrigenfalls sich auch viel Platin löst. Durch vorsichtigen allmählichen Zusatz der Cyankaliumlösung, bis die gleichmäßige Farbenveränderung eingetreten ist, erreicht man die Zerlegung am sichersten.

Der Einfluß des Iridiumsalmiaks auf die Farbe der gemischten Verbindungen zeigte sich, an den reinen Verbindungen geprüft, folgendermaßen:

1 Thl. Iridiumsalz und 2 Thle. Platinsalmiak schwarze undurchsichtige Krystalle.

1 Thl. Iridiumsalz und 3 Thle. Platinsalmiak bräunlich schwarz, dunkelroth durchscheinend.

1 Thl. Iridiumsalz und 5 Thle. Platinsalmiak dunkel blutroth.

1 Thl. Iridiumsalz und 7 Thle. Platinsalmiak hellroth.

1 Thl Indiumsalz und 9 Thle. Platinsalmiak dunkelroth; die Krystalle waren größer als die vorigen. (Journal für prakt. Chemie, Bd. LXXIII S. 318.)

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