Titel: Verfertigung von Knöpfen aus Speckstein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 6 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi03_6

Verfertigung von Knöpfen aus Speckstein.

Der Fabrikbesitzer Hr. J. v. Schwarz in Nürnberg ließ sich auf die Verfertigung solcher Knöpfe am 19. November 1855 ein Privilegium für das Königreich Bayern ertheilen, welches im Kunst- und Gewerbeblatt, 1858 S. 424, mitgetheilt ist. Er bemerkt:

„Der Speckstein hat die Eigenschaft, daß er sich, wenn er mittelst Brennen eine halbharte Festigkeit erlangt hat, zu allen technischen Arbeiten verwenden läßt.

Bei den seit vielen Jahren gemachten Versuchen scheiterte deßwegen auch der Verbrauch dieser Steinmasse, weil er in rohem Zustand verwendet wurde, und die daraus verfertigten Gegenstände wegen ihrer leichten Zerbrechlichkeit keinen Absatz fanden, auch die Arbeit selbst mit vieler Vorsicht gemacht werden mußte, wodurch der Arbeiterlohn erhöht und der Verbrauch des Rohmaterials zur Arbeit unverhältnißmäßig war.

Der Speckstein bedarf deßwegen, ehe er verarbeitet wird, einer Bearbeitung, die im Ausglühen besteht, und die auf folgende Weise gemacht wird.

Er wird in Platten oder nöthige Stücke geschnitten und in einem Windofen in Muffeln eingesetzt und bis zur Pfirsichroth-Glühhitze gebracht, dann das Feuer eingestellt und die Muffeln langsam abgekühlt.

Der Speckstein läßt sich so hergerichtet mittelst guter Instrumente drechseln, hobeln, selbst zu den feinsten Bildhauerarbeiten verarbeiten.

Haben die Knöpfe durch gewöhnliche Dreherarbeit ihre Façon erhalten, dann werden sie wieder in Muffeln eingesetzt und bis zur Weißglühhitze erwärmt, in welcher der Speckstein in Fluß übergeht und sich in eine glasharte Masse verwandelt.

Die Färbung dieser Knöpfe geschieht mit mineralischen und vegetabilischen Stoffen.

Als Vorbeize wende ich einen Absud, bestehend aus Essig, Kupfer- und Eisenvitriol und Alaun an, und lasse in dieser Flüssigkeit die Knöpfe so lange sieden, bis sie einen weißen Ueberzug angenommen haben.

Nach dieser Vorbeize nimmt der Knopf die Farbe auf und kann bis zu einer Linie eingebeizt werden.

Die bisher angewandten Stoffe zur Färbung, die ich als brauchbar fand, sind folgende:

Grünspanlösung für Hellgrün

Gummi gutti für Gelb.

Höllenstein in destillirtem Wasser für Dunkelroth und Braun.

Drachenblut mit heißem Alkohol zu Schönroth.

Chlorgoldlösung zu Purpurroth.

Cochenille zu Scharlachroth.

Indigo zu Blau in allen Nüancen; endlich

Eisen Auflösung zu Schwarz.

Andere Nüancen werden durch Doppelfärbung hervorgebracht.“

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