Titel: Ueber die Darstellung des chromsauren Bleioxyds zur Benutzung bei Elementaranalysen; von Dr. H. Vohl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 5 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi04_5

Ueber die Darstellung des chromsauren Bleioxyds zur Benutzung bei Elementaranalysen; von Dr. H. Vohl.

Bei der Elementaranalyse organischer Verbindungen wird sehr häufig das chromsaure Bleioxyd als Sauerstoffquelle in Anwendung gebracht, und es bietet gegen |318| das Kupferoxyd manche Vortheile dar, welche in seinen minder wasseranziehenden Eigenschaften sowohl, wie in den genauer durch dasselbe zu erzielenden Resultaten in Betreff des Kohlenstoffs bestehen. Seine Anwendung wurde jedoch theils durch den Kostenpunkt, theils durch seine mühsame Darstellungsweise bedeutend beschränkt, eben so konnte dasselbe bis jetzt nicht wie das gebrauchte Kupferoxyd in seinen vorigen Zustand zurückgeführt werden, und wurde es dadurch, wenn es zweimal, höchstens dreimal gedient hatte, total unbrauchbar. Das Verhalten der salpetersauren Salze zu Chromoxyd in der Glühhitze führte den Verf. zu einem Versuch, um die Einwirkung des salpetersauren Bleioxyds auf Chromoxyd kennen zu lernen. Zu dem Ende mischte er in gepulvertem Zustande 1 Aeq. Chromoxyd mit 1 Aeq. salpetersaurem Bleioxyd und erhitzte die Mischung in einem Porzellantiegel über der Weingeistlampe. Es trat sehr bald eine bedeutende Reaction ein. Die Masse sinterte zusammen und es entwich eine große Menge salpetriger Säure. Nachdem die Gasentwickelung aufgehört hatte und die Masse stärker erhitzt wurde, schmolz sie zusammen und lieferte beim Erkalten einen strahlig-krystallinischen Körper von dunkelrothbrauner Farbe, welcher gepulvert ein braungelbes Pulver ergab und sich als reines chromsaures Bleioxyd erwies. Bei der Verwendung des chromsauren Bleioxyds zu den Elementaranalysen wird größtentheils nur die Chromsäure ihres Sauerstoffs beraubt und kann man das gebrauchte chromsaure Salz durch Befeuchten mit Salpetersäure und nachheriges Glühen wieder in reines chromsaures Bleioxyd verwandeln. Auf diese Weise läßt sich das chromsaure Bleioxyd unzähligemale benutzen. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. CVI S. 127.)

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