Titel: Behandlung der Fette mit schwefliger Säure, um sie zu härten, nach B. Ch. Tilghman.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 7 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi04_7

Behandlung der Fette mit schwefliger Säure, um sie zu härten, nach B. Ch. Tilghman.

Der Genannte erhielt am 2. Mai 1857 in England ein Patent auf ein Verfahren, Fette und Oele mit schwefliger Säure zu behandeln, um sie härter und fester zu machen, so daß sie sich zur Anfertigung von Kerzen und zur Seifenbereitung besser eignen. Nach demselben wird das Fett bis 500° F. (260° C.) erhitzt und in |319| dasselbe dann gasförmige schweflige Säure geleitet, die in irgend einer Weise erzeugt wird, jedoch möglichst rein seyn muß. Das Fett wird nachher durch Einleiten von Dampf und Waschen mit Wasser wieder von der schwefligen Säure befreit und darauf durch Destillation, Verseifung etc. weiter verarbeitet. Bei 500° F. muß die Behandlung mit schwefliger Säure circa 4 Stunden, bei 550° F. (288° C.) braucht sie nur 1 1/2 Stunden lang dauern, bei letzterer Temperatur findet aber eine zu starke Verdampfung des Fettes statt. Die Wirkung erfolgt auch bei niedrigerer Temperatur, erfordert dann aber um so mehr Zeit. Bei der Einwirkung der schwefligen Säure auf das Fett bildet sich eine Schwefelverbindung, die bei der folgenden Destillation desselben schädlich ist. Der Patentträger setzt deßhalb den Fettsäuren vor der Behandlung mit schwefliger Säure etwas Kupferseife zu, wodurch dieser Uebelstand beseitigt wird. Bei Verarbeitung von neutralem Fett ist dieser Zusatz indeß nicht nöthig. (Repertory of Patent-Inventions, März 1858, durch polytechnisches Centralblatt, 1858 S. 975.)

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