Titel: Darstellung und Anwendung des Glycerins, nach Fergusson Wilson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 9 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi04_9

Darstellung und Anwendung des Glycerins, nach Fergusson Wilson.

Das Glycerin kann nach Wilson außer verschiedenen medicinischen und den sonst schon vorgeschlagenen Anwendungen sicherlich noch für mancherlei andere Zwecke benutzt werden. Barlow hat u.a. gefunden, daß organische Stoffe, z.B. Fleisch, bei der Aufbewahrung in Glycerin nicht mehr faulen; es dürfte daher zur Aufbewahrung gewisser Gegenstände in zoologischen Sammlungen, namentlich zur Aufbewahrung von Fischen mit glänzenden und gefärbten Schuppen, geeignet seyn. Wilson verwendet bei der Darstellung von Fettsäuren und Glycerin aus Palmöl Wasserdampf und Wärme als einzige Zersetzungsmittel und erhält das Glycerin nach seinem Verfahren vollkommen rein. In das in einem Destillirapparate befindliche Palmöl wird Wasserdampf geleitet, welcher die Temperatur von 500–600° F. hat. Das Glycerin und die Fettsäuren nehmen dabei ihr Aequivalent Wasser auf und destilliren zusammen über. In der Vorlage erhält man zwei Schichten, nämlich unten das Glycerin und darüber die Fettsäuren. Man muß die angemessene Menge Dampf anwenden und die Temperatur gut reguliren, da sonst das Glycerin nicht sein Aequivalent Wasser aufnimmt und Acrolein entwickelt wird. Das in der Vorlage angesammelte Glycerin ist für manche Zwecke noch nicht concentrirt genug; es wird daher abgedampft, und wenn es sich gefärbt hat, nochmals destillirt. Man erhält so eine Flüssigkeit, die bei gewöhnlicher Temperatur 1,240 spec. Gewicht hat und 94 Proc. wasserfreies Glycerin enthält. Man kann sie durch noch weitere Concentration auf 1,260 spec. Gewicht und den Gehalt von 98 Proc. bringen. (Journal of the Society of arts, durch polytechnisches Centralblatt, 1858 S. 1036.)

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