Titel: Ueber die Vorzüge des Bundgatters vor dem Saumgatter bei Sägmühlen
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 1 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi05_1

Ueber die Vorzüge des Bundgatters vor dem Saumgatter bei Sägmühlen

gibt die „Allgemeine Forst- und Jagdzeitung“ im Decemberheft 1857, S. 488 Mittheilungen, worin es unter Anderem heißt: „Die Harzer Sägmühlen sind im Allgemeinen gut construirt, in größerer Zahl mit zwei Gattern versehen, wo auf dem einen mit zwei oder drei Sagen das Besäumen der Blöcke u. dgl. mehr vorgenommen wird, auf dem zweiten mit Bundsägen, welche eine größere Freiheit haben, als die ersten, das Verschneiden in Dielen stattfindet. Erstere nennt man Saumgatter, letztere Bundgatter.

Am der sehr gut betriebenen Schneidemühle bei Ilsenburg hat man über den Masseverlust, welcher beim Schneiden auf dem Saumgatter gegen den auf dem Bundgatter stattfindet, interessante Versuche angestellt, indem man vier Blöcke zu 18 1/2 Fuß preuß. und 14 Zoll obere Stärke in 17 Stücke Dielen zerschnitt, mithin bei jedem Blocke 18 Sägeschnitte hatte. Es ergab sich bei den mit dem Bundgatter geschnittenen Blöcken ein Verlust an Sägespänen von 8 3/4 Proc., bei den mit dem Saumgatter geschnittenen Blöcken ein Verlust von 18 1/3 Proc. bei dem einen und 17 1/2 Proc. bei dem andern Blocke. Die mit dem Bundgatter geschnittenen Blöcke hatten nach dem Schnitte 13 Zoll Durchmesser, die mit dem Saumgatter geschnittenen nur 12 Zoll Durchmesser.

Hat die Schneidemühle nur ein Gatter mit einer oder zwei, höchstens drei Sagen, so ist eine solche Feinheit der Sägeblätter nicht möglich, als wenn man sogenannte Bundsägen hat, wo in ein Gatter 10, 12, ja 15 Blätter eingespannt werden, weil man den einzelnen Sägen im Gatter nie die Spannung geben kann, welche dünne Blätter bedürfen.“

Schon in dem Bericht über die Münchener Industrie-Ausstellung sagt der Berichterstatter der 10. Gruppe, S. 8 in dem Artikel über Schnittwaaren und |394| Spaltholzbereitung, daß im Schwarzwalde der Anfang zu einer Reform des daselbst fast noch in seiner Kindheit befindlichen Schneidemühlenbetriebs gemacht worden sey, und die anderwärts schon länger in Anwendung befindlichen mehrblätterigen Sägerahmen Eingang gefunden haben, von deren Leistungen sehr lobenswerthe Proben zur Ausstellung kamen, und hebt dabei besonders hervor: „Wenn man in Betracht nimmt, welche enorme Material- und Kraftverschwendung auf den Sägemühlen älterer Construction stattfindet, und daß hier eine Ersparniß bis zu 10 Proc. des Rohmaterials erzielt werden kann, so erscheint die Einführung der allerdings theureren und schwieriger zu behandelnden, bei richtiger Führung aber demungeachtet rentableren verbesserten Einrichtungen sehr verdienstlich.“ (Württembergisches Gewerbeblatt, 1858, Nr. 33.)

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