Titel: Fabrication von Dachpappen mit gebleichtem Mineraltheer; vom Ingenieur P. Wagenmann in Bonn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 3 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi06_3
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Fabrication von Dachpappen mit gebleichtem Mineraltheer; vom Ingenieur P. Wagenmann in Bonn.

Da die Fabrication der mit Steinkohlentheer getränkten Dachpappen sich bereits sehr ausdehnte, so habe ich diesem Industriezweig im Lauft dieses Jahres besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die mit Steinkohlentheer gekochte Pappe hat den Fehler daß sie sehr bald zu fest wird; überdieß ist ihre schwarze Farbe sehr unvortheilhaft, indem sie unnöthig die Hitze auf den Pappdächern verstärkt; endlich ist solche Pappe für Gase und Dämpfe undurchdringlich, daher sich während kühler Nächte Feuchtigkeit zwischen der Schalung und der Pappe niederschlägt.

Ich habe im Frühjahr d. J. angefangen diese Mängel dadurch zu beseitigen, daß ich von meinem Mineraltheer (gewonnen mittelst der bituminösen Kohle der Grube Georg bei Dierdorf, Kreis Neuwied) Pappe fabriciren und im Laufe des Jahres mehrere Dächer damit decken ließ. Der Mineraltheer ist braun und wird nie hart, die Pappe erhält dadurch eine gewisse Elasticität und Porosität. Ein Hauptvortheil des Mineraltheers ist aber, daß derselbe unter gewissen Umständen sich mit Kalk verseifen läßt und dann in kurzer Zeit an der Sonne bleicht, so daß die mit solchem dargestellte Dachpappe eine weiße Oberfläche erhält, daher sie nie so viel Wärme absorbirt wie die schwarze Steinkohlentheer-Pappe.

Ich halte den Preis solcher Dachpappen per 100 Stück um 2 Thlr. theurer als Steinkohlentheer-Pappe, was per Quadratruthe 20 Sgr. ausmacht. Den Mineraltheer liefere ich per 100 Pfd. zu 6 Thaler.

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