Titel: Ueber die Entdeckung des Jods durch Stärkmehl; von O. Henry und E. Humbert.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 7 (S. 467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi06_7

Ueber die Entdeckung des Jods durch Stärkmehl; von O. Henry und E. Humbert.

Das Chlor, welches man benutzt um das Jod frei und folglich fähig zumachen das Stärkmehl zu bläuen, hat einige Vorzüge vor den anderen oxydirenden Körpern welche man zu demselben Zweck angewendet hat, weil es die Schwefelmetalle und die schwefligsauren Salze – deren Gegenwart das Freiwerden des Jods und das Bläuen der Flüssigkeit verhindern könnte – leichter zerstört und in schwefelsaure Salze umwandelt. Aber ein Ueberschuß von Chlor, welcher schwer zu vermeiden ist, selbst bei Anwendung von sehr verdünntem Chlorwasser, bewirkt oft, daß die auf den ersten Zusatz des Reagens entstandene Färbung wieder verschwindet, indem sich das Jod in Jodsäure oder in Chlorjod verwandelt. Durch Zusatz eines Desoxydationsmittels, z.B. schwefliger Säure, wird neuerdings das Jod frei und die Flüssigkeit blau gemacht; aber ein Ueberschuß dieses Reagens bewirkt ebenfalls, daß die Färbung wieder verschwindet. Man kann diese zweite Klippe vermeiden und die verschwundene blaue Farbe bleibend wieder herstellen, indem man die Desoxydation mittelst Wasserstoff im Entbindungsmoment bewerkstelligt. Wenn man der mit überschüssigem Chlor behandelten Flüssigkeit, deren vorübergehende Bläuung übersehen werden konnte, einige Tropfen Schwefelsäure und ein kleines Zinkstückchen zusetzt, so stellt sich die blaue Farbe nach 15 bis 20 Minuten wieder ein und ist selbst nach 48 Stunden, ungeachtet des großen Ueberschusses von entwickeltem Wasserstoff, nicht verschwunden. (Comptes rendus, August 1858, Nr. 7.)

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