Titel: Ueber die Anwendung des Chloroforms zur Prüfung der Mehle auf beigemengte Mineralsubstanzen; von Lassaigne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149/Miszelle 9 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/mi149mi06_9

Ueber die Anwendung des Chloroforms zur Prüfung der Mehle auf beigemengte Mineralsubstanzen; von Lassaigne.

Das Chloroform, welches bereits bei verschiedenen Prüfungen organischer Substanzen auf ihre Reinheit u.s.w. mit Glück angewendet wird, hat nun auch der |468| Apotheker Cailletet zu Charleville, zur Prüfung der Mehle auf beigemengte Mineralsubstanzen in Gebrauch gezogen. Derselbe stellte in meiner Gegenwart die betreffenden Versuche an, und da ich mich dabei von der Zweckmäßigkeit seines Verfahrens überzeugt habe, so übergebe ich dasselbe hiermit der allgemeinen Benutzung.

Bekanntlich sind die meisten Mineralsubstanzen nicht allein in Chloroform unlöslich, sondern auch schwerer als dieses, während die Mehle viel leichter sind. Bringt man daher diese drei Stoffe miteinander in Berührung, so wird sich Unten die Mineralsubstanz ablagern, über derselben wird das Chloroform stehen, und auf diesem das Mehl schwimmen. Auf diesen einfachen Thatsachen beruhet das Cailletet'sche Prüfungsverfahren.

Zur Ausführung des Versuchs bringt man in eine 15 bis 20 Centimeter lange und 3 Centimeter breite Proberöhre 5 bis 10 Grm. des verdächtigen Mehls, gießt auf dasselbe so viel Chloroform, daß die Röhre fast ganz voll wird, verschließt mit einem Korkstöpsel, schüttelt einige Minuten lang und stellt alsdann die Röhre in senkrechter Lage bei Seite. Nach einer gewissen Zeit findet man das reine Mehl oben auf dem Chloroform schwimmend, darunter dieses klar und hell, und unter demselben alles, was an Mineralsubstanz dem Mehle beigemengt war, vereinigt. Beim Decantiren bleibt die Mineralsubstanz in der Röhre rein zurück und kann dann leicht auf ihre Natur untersucht werden. (Aus den Annal. d'hygiène publ. et de med. légale, durch Wittstein's Vierteljahresschrift f. praktische Pharmacie, Bd. VII S. 459.)

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