Titel: Anwendung des Rauches, um das Erfrieren der Weinstöcke zu verhindern; von Hrn. Mabille.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 150/Miszelle 11 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj150/mi150mi01_11

Anwendung des Rauches, um das Erfrieren der Weinstöcke zu verhindern; von Hrn. Mabille.

Am 12. Mai 1855 reiste ich bei windstiller und trockener Witterung gegen Abend auf der Landstraße von Bar-le-Duc (im Departement der Meuse) nach Paris, wobei ich die Kälte im ganzen Körper fühlte; man konnte für den folgenden Tag die Katastrophe voraussehen, welche die Hoffnungen des Winzers vernichtete. Auf einem langen Erdstrich am Fuße der Weinstöcke hatte man mehrere Rasenhaufen angezündet, weil man den wilden Boden abschwenden wollte; diese Verbrennung erzeugte einen dicken Rauch, welcher den Weinrebenabhang von unten bis oben einhüllte. Wie ich mich später überzeugte, machte man auf diesem Landstrich eine gute Weinlese, während die benachbarten Weinstöcke nur wenige oder gar keine Trauben gaben.

Diese Thatsache veranlaßt mich, folgenden Vorschlag zu machen: bekanntlich muß der Winzer alljährlich eine Masse von Gräsern, Moos, Strauchwerk, Wurzeln und Blättern aus seinen Weinbergen entfernen; dieser Abfall füllt die Gräben aus und versperrt die Fußwege. Wenn man diese Pflanzenabfälle gehörig in Haufen anordnen würde (nordöstlich bezüglich der Gegend gerichtet), so könnten sie derart gruppirt werden, daß man leicht jeden Abend, wo der Frost für die Nacht zu befürchten ist, eine Reihe derselben anzünden kann, so daß ihre Verbrennung langsam mit dickem Rauche erfolgt. Zu diesem Zweck müßte man die Haufen auf bestimmten Linien und miteinander abwechselnd anbringen. Damit sie sicher langsam verbrennen, braucht man nur in ihre Mitte einige Hobelspäne und ein wenig trockenes Rebholz zu legen, endlich das Ganze mit Rasen oder Erde zu bedecken. Auf ein gegebenes Signal könnte dann leicht eine ganze Gegend von Weinbergen oder Fruchtbäumen angeräuchert werden; wenige Personen würden hinreichen, um die Haufen anzuzünden und die Operation zu überwachen.

Für unsere Weinberge ist nur vom 25. April bis zum 15. Mai der Einfluß der Spätfröste zu befürchten, daher sich deren Ueberwachung auf 20 Tage beschränken würde, und selten sind es während dieser Zeit mehr als zwei oder drei Nächte, wo das Mittel angewendet werden müßte, um die Lese zu sichern. (Comptes rendus, Juli 1858, Nr. 2.)

Der Verfasser wurde zur Veröffentlichung vorstehender Notiz offenbar durch die Abhandlung von Boussingault veranlaßt, welche wir im polytechn. Journal Bd. CXLIX S. 69 mitgetheilt haben. Die Redact.

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