Titel: Verfahren zur Gewinnung von Kali oder Natron aus Feldspath oder Albit; von Fr. O. Ward.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 150/Miszelle 8 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj150/mi150mi04_8
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Verfahren zur Gewinnung von Kali oder Natron aus Feldspath oder Albit; von Fr. O. Ward.

Der Genannte ließ sich am 20. December 1857, zum Theil als Mittheilung, ein Verfahren in England patentiren, aus Feldspath oder feldspathhaltigen Gesteinen das Kali oder aus Albit das Natron abzuschneiden. Dasselbe besteht im Wesentlichen darin, daß das zu Pulver zertheilte Material mit ebenfalls pulverförmigem Flußspath und kohlensaurem Kalk gemengt, das Gemenge in einem Flammofen geglüht und nachher methodisch mit heißem Wasser ausgelaugt wird, welches das Alkali daraus auflöst. Der Zusatz von kohlensaurem Kalk wird so groß gemacht, daß in der Mischung auf je 1 Aeq. Thonerde und auf je 1 Aeq. Kieselsäure (die in dem etwa zuzusetzenden Thon enthaltene Thonerde und Kieselsäure mit gerechnet) 3 Aeq. erdige Basis (Kalk oder Talkerde, theils aus dem zugesetzten Kalkstein, theils vielleicht aus dem Silicat selbst herstammend) enthalten sind. Von Flußspath nimmt man so viel, daß in 100 Th. der Mischung 7–8 Th. Fluorcalcium enthalten sind. Die Hitze beim Glühen wird so regulirt, daß die Masse erweicht und sich frittet. Man glüht unter öfterem Umrühren am besten so lange, bis die Kohlensäure ausgetrieben ist. Die durch das Auslaugen erhaltene Flüssigkeit kann zur Trockne abgedampft und der Rückstand an Glasfabriken, Seifensieder etc. verkauft werden. Man kann aber auch Kohlensäure hinein leiten, um die in ziemlicher Menge vorhandene Kieselsäure abzuscheiden, und dann durch Abdampfen sehr reine Potasche oder Soda gewinnen. Der Rückstand vom Auslaugen kann zu Dünger oder zur Anfertigung von hydraulischem Mörtel benutzt werden. Für letzteren Zweck ist es in den Fällen, wo das Silicat quarzig und arm an Thonerde ist, vortheilhaft, noch thonerdereichen Thon zuzufügen, und zwar so viel, daß die Thonerde im Ganzen dem Gewichte nach etwa halb so viel als die Kieselsäure beträgt. Der Thon kann entweder vor dem Fritten, oder erst dem ausgelaugten Rückstande zugesetzt und muß in jedem Falle innig mit der Masse vermischt werden. Zur Umwandlung in hydraulischen Cement wird der Rückstand nochmals calcinirt und nach Umständen gemahlen und gesiebt. Zur Umwandlung in künstliche Puzzolane wird vor dem Brennen noch Thon in solcher Menge zugesetzt, daß Thonerde und Kieselsäure zusammen etwa 80 Th. auf je 20 Th. Kalk (und Talkerde) ausmachen. (Repertory of Patent-Inventions, 1858, durch polytechnisches Centralblatt, 1858 S. 1452.)

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