Titel: Claridge's Verbesserungen im Verkohken der Steinkohlen.
Autor: Claridge, George
Roper, Rich.
Fundstelle: 1859, Band 151, Nr. XXVIII. (S. 110–112)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/ar151028

XXVIII. Verbesserungen im Verkohken der Steinkohlen, von G. Claridge, bei dem Pontypool-Eisenwerke, und Rich. Roper, bei dem Ebbw Vale Eisenwerke in Südwales.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Novbr. 1858, S. 375.

Die, Erfinder dieses Verfahrens (patentirt in England am 18 Febr. 1858) wenden bei ihren Verkohkungsöfen einen durchlöcherten falschen Boden an, der in geringer Entfernung von dem wirklichen Boden befindlich ist und die Steinkohlenchargen aufnimmt. Unter diesem obern Boden wird ein Strom brennbarer Gase eingeführt, vorzugsweise die aus der Gicht der Hohöfen abgeleiteten Gase. Ferner wird eine hinreichende Menge atmosphärischer Luft in den Raum zwischen den beiden Böden zugelassen, um die Verbrennung jener Gase zu bewirken; man kann aber ohne Nachtheil eine geringere oder größere Luftmenge einführen, als zur vollkommenen Verbrennung der Gase absolut erforderlich ist. Die durch |111| die Verbrennung der brennbaren Gase zwischen den beiden Böden erzeugte Hitze bewirkt die trockne Destillation der in dem Ofen enthaltenen Steinkohlen. Um die Hitze gleichförmiger zu vertheilen, lassen die Erfinder die Flamme und die heißen Gase in einer zickzackförmigen Richtung durch den Raum zwischen beiden Böden strömen, was durch Zungen oder Scheider von Ziegelsteinen bewirkt wird, welche zwischen beiden Böden von entgegengesetzten Seiten des Ofens aus angebracht sind und auch den obern Boden tragen.

Der Raum zwischen den Böden wird mit einer Esse in Verbindung gebracht, welche mit einem Register versehen ist. Diese Esse besteht für sich, während wie gewöhnlich eine besondere Esse die Verkohkungsproducte ableitet. Jene. Esse dient dazu, mittelst des erwähnten Registers die Menge der brennbaren Gase zu reguliren, welche unter den Ofen gelangen, und somit die dort anzuwendende Hitze.

Man kann auch kleine Oeffnungen in den Seitenwänden des Ofens anbringen, um eine gewisse Menge atmosphärischer Luft in den Ofen gelangen zu lassen, in welchem Falle die Verkohkung zum Theil (in gewöhnlicher Weise) durch Verbrennung eines Quantums der Steinkohlen oder der sich bei ihrer Destillation entwickelnden Gase bewirkt wird.

Mit Ausnahme des bereits Erwähnten befolgen die Erfinder den gewöhnlichen Verkohkungsproceß; sobald aber die Verwandlung der Kohle in Kohks erfolgt ist, oder wenn die starke gelblichrothe Flamme aus dem Ofen zu strömen aufhört und während die Kohks noch rothglühend sind, wird der Zufluß brennbarer Gase abgeschlossen und ein Dampfstrom zwischen die beiden Böden eingeführt, dessen Abzug in die Esse man durch Schließen des Ventils so gut als möglich verhindert. Der durch die heißen Kohks strömende Wasserdampf wird zum Theil zersetzt, wobei sich der Wasserstoff mit dem Schwefel der Kohks verbindet und denselben als Schwefelwasserstoff abführt. Um aber eine vollständige Durchdringung der Kohks mit dem Dampfe zu erzielen, muß man denselben so viel als thunlich in dem Ofen zurückhalten, folglich alle Oeffnungen verschließen, durch welche er entweichen könnte. Dadurch kommt der Dampf im Ofen unter Druck und kann folglich die Kohks besser durchdringen, als beim bloßen Durchströmen. Bei diesem Verfahren ist auch weniger Dampf erforderlich und die Kohks bleiben längere Zeit im glühenden Zustande, wodurch die Abscheidung des Schwefels vollständiger bewirkt wird. Erlangt man auf diese Weise keine genügenden Resultate, was aber nur dann der Fall seyn kann, wenn die Kohlen sehr schwefelhaltig sind, so muß man überhitzten Dampf anwenden, um den abkühlenden Einfluß des gewöhnlichen |112| Dampfes zu vermeiden und eine längere Einwirkung dieses Agens zu ermöglichen.

Die entschwefelten Kohks werden auf eine der bekannten Weisen abgekühlt, und der durchlöcherte Boden muß eine solche Einrichtung haben, daß das auf die Kohks im Ofen gegossene Wasser ungehindert wieder abfließen kann.

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