Titel: Robeson's Laugapparat für baumwollene Zeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151, Nr. XLVII. (S. 197–198)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/ar151047

XLVII. Laugapparat für baumwollene Zeuge, von Hrn. Robeson.

Aus Armengaud's Génie industriel, November 1858, S. 237.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Der Hauptzweck, welchen der Erfinder mit seinem Apparat zu erreichen sucht, ist der, durch die bekannten Mittel die Lauge aus dem untern Theile des Kessels oder Behälters der Zeuge auszuziehen und sie dem obern Theil zuzuführen, um sie dort mit Hülfe von Dämpfen in die Zeuge einzutreiben, so daß nicht allein die Einwirkung der Lauge auf die Gewebe befördert, sondern auch das Filtriren derselben durch die Zeuge begünstigt wird.

Fig. 29 ist ein senkrechter Querdurchschnitt seines Apparats;

Fig. 30 ist ein senkrechter Längendurchschnitt desselben, worin seine verschiedenen Theile ersichtlich sind.

Der Apparat besteht aus einem geschlossenen Behälter A von Kupferblech oder einem andern passenden Material, und ist durch den Rost D in zwei Räume B und C getheilt. Beide Abtheilungen sind durch eine Saug- und Druckpumpe E mit einander verbunden. Das Ansaugen erfolgt durch die untere Röhre F, welche durch das Ventil M geschlossen wird, und das Steigen durch die Röhre G, welche am obern Ende mit einer Haube K versehen ist, damit die Lauge zweckmäßig über der Waare ausgegossen wird.

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Der obere Theil des Behälters B steht mit einem Dampfkessel in Verbindung, nämlich durch die Röhre R, welche mit einem Sicherheitsventil S und mit einem Absperrhahn T versehen ist.

Beide Abtheilungen B und C sind durch eine Röhre U verbunden, welche unter dem Rost D ausläuft und an der Ausgangsstelle mit einem Sicherheitsventil V versehen ist.

Der obere Theil des Behälters A ist mit einem dicht schließenden Deckel a versehen, und durch die von demselben zu verschließende Oeffnung werden die Zeuge und die Lauge eingebracht, und jene nach beendigter Laugoperation wieder herausgenommen.

Die Behandlung des Apparats ist nun folgende: die Zeuge werden in dem Raume B um die Röhre G und U bis zur obern Oeffnung der letztern herum gelegt, ohne jedoch über dieselbe hinaus zu gehen, und die Lauge wird vorher in das Gefäß C gebracht. Letzteres wird entweder erhitzt oder nicht, je nachdem es erforderlich ist; die Feuerung desselben ist außerhalb angebracht.

Es wird nun die Druckpumpe in Betrieb gesetzt und dadurch die Lauge mittelst der Röhre G gehoben, um sie auf die Waare im Behälter B auszugießen.

Darauf wird Dampf eingelassen; dieser sammelt sich auf der Oberfläche der Zeuge, durchdringt sie, erwärmt die Lauge und nöthigt dieselbe durch die Waare in das Gefäß C hinabzuziehen, worauf sie neuerdings gehoben und oben ausgegossen wird.

Die Lauge zieht also nicht bloß in Folge ihrer Schwere, wie bei den gewöhnlichen Apparaten, hinab, sondern dieß wird auch durch den Druck des Dampfes wesentlich befördert.

Sollte in irgend einem Zeitpunkt die Pressung des Dampfes im Behälter B den höchsten für die Operation erforderlichen Druck übersteigen, so hebt sich das für diesen höchsten Druck regulirte Sicherheitsventil und gestattet dem Dampfe in das Gefäß C zu entweichen, wo er sich in der Lauge verdichtet.

Am Boden des Gefäßes C kann ein Hahn angebracht seyn, um die Lauge und das Condensationswasser daraus ablassen zu können.

Die Pumpe E wird von einem Excentricum betrieben, welches auf einer Welle angebracht ist, die ihre Bewegung von der Dampfmaschine erhält.

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