Titel: Ueber einen ausgezeichnet schönen Asphalt- und Bernstein-Firniß; von Dr. X. Landerer in Athen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 10 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi01_10

Ueber einen ausgezeichnet schönen Asphalt- und Bernstein-Firniß; von Dr. X. Landerer in Athen.

Um Arzneien oder andere leicht sich zersetzende Stoffe vor dem Einflusse des Lichtes zu schützen, sind die Hyalith-Gläser gewiß die vorzüglichsten; wenn man solche jedoch nicht besitzt, so ist man gezwungen, die Gläser mit schwarzem Papier oder mit einer schwarzen Oelfarbe zu überstreichen. Seit einiger Zeit bediene ich mich zu genanntem Zwecke eines Firnisses, der in jeder Beziehung ausgezeichnet ist und den ich Jedermann empfehlen kann. Dieser Firniß besteht in einer Lösung des Asphalts in käuflichem Benzol, d.h. gereinigtem Steinkohlentheeröl. Mittelst dieses prächtig schwarzen Firnisses lassen sich die Gläser nach Belieben dünn oder dick anstreichen, und schon nach einigen Augenblicken ist der Anstrich vollkommen trocken, besonders wenn man die damit bestrichenen Gläser an die Sonne oder in die Nähe eines Ofens stellt.

Ein eben so schöner und gleichfalls schnell trocknender Firniß läßt sich durch Auflösung des gewöhnlichen (zuvor geschmolzenen) Bernsteins in Chloroform bereiten. Wird diese Lösung in ein Glas gegossen, oder ein Glasgefäß damit überstrichen, so trocknet derselbe, indem er eine schöne glänzende Farbe zurückläßt. Dieser Firniß, der sich in sehr vielen Fällen anwenden läßt, kann auch verschiedentlich gefärbt, auch mittelst einiger Tropfen Aetzammoniakflüssigkeit wieder aufgelöst und die damit bestrichenen Gegenstände rein hergestellt werden. (Archiv der Pharmacie Bd. CXLVI S. 160.)

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