Titel: Bereitung eines schönen Muschelgoldes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 6 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi01_6

Bereitung eines schönen Muschelgoldes.

Es ist wohl sehr leicht, das Gold aus seiner Auflösung zu fällen, aber eine schöne, zum Schreiben und Illuminiren dienende Bronze herzustellen, hat einige Schwierigkeiten. Die Franzosen haben es darin sehr weit gebracht, und das Pariser Muschelgold wird dem aus andern Fabriken vorgezogen. Das Gold wird nämlich in Königswasser aufgelöst und in einer Porzellanschale vorsichtig eingedampft. Wenn das eingedampfte Goldchlorid beinahe trocken erscheint, setzt man etwas reine Salzsäure hinzu und wiederholt das Eindampfen noch einmal, um wo möglich alles freie Chlor auszutreiben und ein reines Goldchlorid herzustellen. Man löst dasselbe sodann in destillirtem Wasser auf, 1 Pfund Wasser etwa auf einen in Arbeit genommenen Dukaten gerechnet, und tröpfelt unter Umrühren mit einem Glasstabe so lange von einer 8° Baumé starken Lösung von Antimonchlorid hinzu, als noch ein Niederschlag erfolgt. Dieser Niederschlag ist die Goldbronze (fein zertheiltes Gold), welche man von der überstehenden Flüssigkeit entfernt und getrocknet zum Illuminiren verwenden kann. Für diesen Zweck kann man ihr verschiedene Färbungen geben, z.B. durch ein leichtes Ansieden mit salzsäure- oder schwefelsäurehaltigem Wässer; beide Säuren aber müssen chemisch rein seyn.

Einige sieden den Niederschlag in einer Lösung von Kochsalz, Weinstein, Eisenvitriol und Salpeter. Wo die Lösungen Gold aufgelöst haben sollten, wird solches daraus durch Nachfällung natürlich sorgfältig wieder gewonnen.

Um diese Goldbronze in Muscheln einzutragen, reibt ein Laborant den Goldniederschlag mit Barythydrat auf der Porphyrplatte, extrahirt mit chemisch reiner und verdünnter Salzsäure, mischt schnell mit destillirtem Wasser, reibt das Gold noch einmal mit einer Lösung vom reinsten arabischen Gummi und trägt es mit dem Spatel in Porzellannäpfchen oder Muscheln. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1858, Nr. 18.)

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