Titel: Ueber eine vortheilhafte Anwendung des unterschwefligsauren Natrons zum Bleichen der Toiletteschwämme; von Prof. Rud. Böttger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 8 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi01_8
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Ueber eine vortheilhafte Anwendung des unterschwefligsauren Natrons zum Bleichen der Toiletteschwämme; von Prof. Rud. Böttger.

Das unterschwefligsaure Natron, welches als sogenanntes Antichlor, sowie in der Photographie bereits eine sehr ausgebreitete Anwendung gefunden und daher gegenwärtig zu sehr ermäßigten Preisen aus chemischen Fabriken zu beziehen ist, habe ich vor Kurzem auch zum Bleichen der Badeschwämme versuchsweise benutzt, und damit Resultate erzielt, die mich im hohen Grade befriedigt, weßhalb ich keinen Anstand nehme, mein dabei befolgtes Verfahren hier in der Kürze der Oeffentlichkeit zu übergeben.

Für den Toilettegebrauch wählt man wo möglich die weichsten, zartesten und besonders rostfreien Schwämme aus. Ist die Auswahl geschehen, so legt man die zuvor mit Wasser einigemal ausgewaschenen und ausgedrückten Schwämme, um sie ihrer Kalkincrustationen zu berauben, in verdünnte Salzsäure (aus 1 Gewichtstheil gewöhnlicher roher Salzsäure und 6 Gewichtstheilen Wasser bestehend), läßt sie hier etwa 1 Stunde lang oder überhaupt so lange liegen, bis das unter Aufbrausen erfolgende Entweichen von Kohlensäure gänzlich aufgehört hat. Hierauf spült man sie in Wasser ab, trägt sie von Neuem in eine frische Portion verdünnter Salzsäure, der man zuvor 6 Procent (in etwas Wasser gelösten) unterschwefligsauren Natrons zugesetzt, bedeckt das am besten aus einem Steinkruge bestehende Bleichgefäß mit einer Glasplatte, läßt die Schwämme in der Bleichflüssigkeit so lange (circa 24 Stunden) liegen, bis sie völlig schneeweiß erscheinen, und spült sie schließlich recht sorgfältig mit oftmals zu erneuerndem Wasser aus. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1859, Nr. 1.)

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