Titel: Verbesserungen in der Stabeisenfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 3 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi02_3
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Verbesserungen in der Stabeisenfabrication.

Hr. W. J. Armitage hielt in der vorjährigen Versammlung der britischen Naturforscher zu Leeds einen Vortrag über die Eisenfabrication in der Nachbarschaft dieser Stadt, worin er zwei wesentliche Verbesserungen im Feineisenproceß mittheilte, welche dem Farnley-Eisenwerke eigenthümlich sind.

Die erste besteht darin, daß man mit dem Wind zugleich Dampf in das Raffinirfeuer leitet; durch Anwendung dieses Verfahrens wurde die Qualität des Eisens verbessert, besonders für Kesselblech.

Die zweite Verbesserung besteht darin, daß man das Roheisen für das Feinen mit Stahl verbindet; es werden nämlich Cementstahlstäbe in verschiedenen Verhältnissen im Feineisenfeuer mit dem Roheisen zusammengeschmolzen, um eine vollkommene Mischung zu erzielen. Das so erhaltene Feineisen zeigt auf seinem mehr silberweißen Bruch eine vollkommen homogene Textur. Solches Feineisen ist zum Verfrischen im Puddelofen geeigneter als das gewöhnliche Feinmetall. Ein Puddler welcher mit dem gewöhnlichen Feinmetall in seiner zwölfstündigen Schicht neun Hitzen (300 Pfd.) verarbeitet, kann mit dem Feineisen, für welches 2 Thle. Roheisen mit 1 Thl. Stahl verbunden wurden, in derselben Zeit zwölf Hitzen durchmachen. Die erhaltenen Balls werden in gewöhnlicher Weise weiter behandelt. Das mit dem neuen Feineisen erzeugte Stabeisen (sogenanntes Stahleisen, steel iron) ist von vorzüglicher Qualität; insbesondere läßt es sich ausgezeichnet gut schweißen und lochen; auf dem Bruch zeigt es ein sehr feines, dichtes Korn; hinsichtlich seiner Festigkeit im Vergleich mit dem bisherigen aus denselben Erzen dargestellten Stabeisen liegen aber noch keine entscheidenden Versuche vor. Hr. Armitage hat sich den besprochenen Feineisenproceß patentiren lassen. (Mechanics' Magazine, 1858, Nr. 1836.)

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