Titel: Ueber das Platinerz von Borneo.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 4 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi02_4

Ueber das Platinerz von Borneo.

Die allgemein verbreitete Annahme, daß Borneo einen nicht unerheblichen Theil des Platins im Handel liefere, ist nach Bleckerode (Poggendorff's Annalen der Physik, Bd. CIII S. 656) nicht begründet. Die Gewinnung dieses Metalls ist bisher sehr vernachlässigt und fängt jetzt erst an; seit 1857 sind die ersten Handelsproben nach Amsterdam gekommen und vom Verf. untersucht worden.

Die erste Beobachtung vom Vorkommen des Platins machte Hartmann, Resident in Bandjer-Massing, 1831, und Horner bestätigte sie bei seiner Reise durch das Ratoesgebirge 1836. In denselben Jahren fand S. Müller Platin in den Diamantenwäschen von Martapura, wo es nach dem Auslesen der Diamanten nebst Gold zurückblieb und nach Entfernung des Goldes als „Froschgold“ weggeworfen wurde. Im Stromgebiet des Barito fand Schwaner 1843–47 Platin in den Diluvialschichten, in denen Diamantwäschen sind. Aus dem bei der Diamantwäsche hinterbleibenden schwarzen magnetischen Eisensand suchte man das Gold aus und warf das Platin ebenfalls weg. In einigen der Goldwäschen von Playhary war das Verhältniß des Platins zum Gold 1 : 10. in denen von Katapan 4 : 5 und in denen von Soengi-Matjan 4 : 20. Die Wäschen liegen im Hügellande zu beiden Seiten des Barito in einem Diluvium von weißem Quarzsand und magnetischem Eisensand, und die Gerölle und Geschiebe der angränzenden Hügel bestehen aus Diorit, Syenit, Gabbro und Quarzfragmenten aller Farben. An der Nordseite des Ratoesgebirges liegen Baumstämme jetziger Vegetation und Producte menschlichen Kunstfleißes im Diluvium.

Der Verf. untersuchte die Probe Platinsand nach der in der Petersburger Münze üblichen Methode und fand

70,21 Proc. Platin,
3,97 „ Gold,
8,83 „ Osmium-Iridium und unlösliche Mineralsubstanzen,
15,38 „ Eisen, Kupfer, Iridium, Osmium, Palladium, Rhodium,
1,61 „ in Salzsäure gelöstes Eisen- und Kupferoxyd.
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Das Erz wurde zuvor mit Salzsäure behandelt. Es war nicht magnetisch und bestand aus ovalen oder rundlichen Blättchen, untermengt mit octaedrischen kleinen Goldkrystallen, Topas, Hyazinth, Rubin (?), Diamant, Quarz und Feldspath.

Eine Analyse nach Berzelius' und Claus' Methode lieferte folgende Zusammensetzung in 100 Theilen

1,13
0,50
Eisenoxyd,
Kupfer,
unlöslich in Salzsäure,
1,15 Osmium,
3,97 Gold,
70,21 Platin,
6,13 Iridium,
1,44 Palladium,
0,50 Rhodium,
5,80 Eisen,
0,34 Kupfer,
8,83 Osmium-Iridium und Mineralsubstanzen.

Einige Versuche mit je 2 Grm. Erz gaben nachstehende Zahlen, welche die sehr veränderliche Zusammensetzung des Platinerzes beweisen:

Gold 4,62 0,90 1,33
Platin 65,22 71,21 75,03
Iridium 9,23 3,22
Unlösliches 9,61 8,13 10,15

(Journal für praktische Chemie, Bd. LXXIV S. 361.)

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