Titel: Ueber die Reduction der Quecksilbersalze durch metallisches Kupfer; von Prof. A. Vogel jun.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 5 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi02_5

Ueber die Reduction der Quecksilbersalze durch metallisches Kupfer; von Prof. A. Vogel jun.

Das als Reaction allgemein gebräuchliche Ausfällen des Quecksilbers auf metallischem Kupfer zeigt, wie ich beobachtet habe, eine eigenthümliche Unbeständigkeit. Kupferbleche, die nicht allzustark durch Eintauchen in eine sehr verdünnte Quecksilberchloridlösung verquickt sind, verlieren beim Liegen an der Luft bald, in 12 Stunden, den metallischen Ueberzug. Man könnte geneigt seyn, dieses Wiederhervortreten der Kupferfarbe aus der schon nachgewiesenen Verdunstung des metallischen Quecksilbers bei gewöhnlicher Temperatur zu erklären, die dann hiedurch in einem auffallenden Grade bestätigt wäre, wenn anders man nicht ein tieferes Hineindringen des Quecksilbers in die Masse des Kupfers als den Grund dieser Erscheinung ansehen will. Merkwürdig ist dabei, daß die auf solche Weise zugerichtete Kupferfläche für Lichteinwirkung sehr empfindlich geworden ist. Während zunächst nach dem Verschwinden der Quecksilberfarbe die des reinen metallischen Kupfers hervortritt, fängt die Fläche sodann alsbald an sich tiefer gelb violett und endlich schwarz unter der Einwirkung des Lichtes zu färben. Theile der Kupferfläche, die durch Ueberdeckung dem Lichte nicht ausgesetzt waren, zeigten die Verfärbung nicht. Der gefärbte Ueberzug löste sich in concentrirter Essigsäure auf und es trat die reine Kupferfarbe wieder hervor, so daß hiernach wohl zu vermuthen ist, in den gefärbten Schichten finde sich kein Quecksilber mehr. Die Essigsäure, in welcher die Kupferstreifen gelegen hatten, zeigte beim Versetzen mit Kaliumeisencyanür ein eigenthümliches Verhalten, es trat dadurch ein tiefvioletter fast schwarzer Niederschlag ein neben eingemengten weißen Partien beim längeren Stehen des Niederschlages. Als ich den Niederschlag abzufiltriren versuchte, löste er sich nach dem Entfernen der Essigsäure in Wasser und ging ganz als eine braunschwarze Flüssigkeit durchs Filtrum. Da die beschriebenen Versuche mit galvanisch-niedergeschlagenem Kupfer angestellt waren, so muß diese Abweichung in der Reaction auf Kupfer wohl zu einer weiteren Verfolgung Veranlassung geben.

Noch ist in Bezug auf die Ausfällung des Quecksilbers durch Kupfer aus solchen verdünnten Quecksilberchloridauflösungen zu bemerken, daß sich die Kupferplatten zuerst mit einer gelben Schicht überzogen, so daß wie gewöhnlich erst durch |158| Reiben die Verquickung deutlich sichtbar wurde. Dabei heftete sich an das zum Abwischen gebrauchte Tuch ein reichlicher gelber Niederschlag, der nach dem Lösen in Essigsäure die gewöhnliche Kupferreaction mit Kaliumeisencyanür gab und also wohl Kupferoxydulhydrat seyn dürfte. (Buchner's neues Repertorium der Pharmacie, Bd. VII S. 481.)

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