Titel: Werthsteigerung der Rohmaterialien durch die Fabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 11 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi04_11

Werthsteigerung der Rohmaterialien durch die Fabrication.

Der Artizan gibt im Septemberhefte von 1858 einige interessante Notizen über diesen Gegenstand, welche zeigen, welche ungeheure Werthsteigerung namentlich die billigen Rohmaterialien durch die Fabrication erfahren. Setzt man z.B. den Preis von 1 Pfd. des Rohmaterials gleich 1, so beträgt bei Blei der Werth des Fabricates in der Form von Blech 1,32 und in der Form von kleinen Typen 30, und ebenso findet statt bei

Kupfer für Hausgeräthschaften eine Steigerung auf das 4,92 fache
„ „ feine Siebe „ „ „ „ 53,00 „
Gußeisen für Kunstsachen eine Steigerung auf das 48 bis 148 „
Schmiedeeisen für gezogene Flintenrohre eine Steigerung auf das 240 „
„ „ Messerklingen eine Steigerung „ „ 650 „
„ „ polirte Stahlschnallen eine Steigerung auf das 900 „
„ „ Nadeln eine Steigerung „ „ 70 „
„ „ feine Scheren eine Steigerung „ „ 450 „
„ „ polirte stählerne Schwertgriffe eine Steigerung auf das 980 „
Hanf für Seile und Taue eine Steigerung „ „ 4 „
Flachs-Leinwand „ „ „ „ 5 „

Die stärkste Steigerung ist beim Stahl wahrzunehmen, welcher allerdings unter allen Materialien dadurch ausgezeichnet ist, daß er vermöge seiner Fähigkeit, die verschiedensten Härtegrade anzunehmen, zu unendlich vielen Artikeln verwendet werden kann. Am interessantesten zeigt sich dieß bei Uhrfedern, bei welchen allerdings fast nur die Arbeit bezahlt wird. Von den Unruhfedern zu kleinen goldenen Damenuhren wiegen z.B. 17 einen Gran und kosten à Stück 4 Pence, so daß 1 Gran 5 Sh. 8 P. kostet. Der Yard wird mit 1 Sh. verkauft und wiegt 36/100 Grain, und aus 1 Unze Eisen, welche etwa 1/8 Penny werth ist, sind 1320 Yards solcher Federn mit einem Werthe von 66 Pfd. Sterl. herzustellen. Die kleinsten Uhrenfedern Nr. 70 kosten 20 Sh. pro Yard, und aus 1 Unze Stahl werden 3320 Yards Federdraht mit einem Verkaufswerthe von 3320 Pfd. Sterl. gewonnen, so daß der Stahl durch diese Fabrication einen 830mal so hohen Werth als feines Gold und einen 13280mal so hohen Werth als feines Silber erhalten hat. Die Preissteigerung ist hier ungefähr eine 6 Millionenfache. (Notizblatt des Civilingenieur, 1858, Nr. 2.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: