Titel: Ueber die Appolt'schen Kohksöfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 4 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi05_4

Ueber die Appolt'schen Kohksöfen.

Bei der dem Commercienrath Kulmiz gehörigen, am Wrangelschacht der Glückhülf-Grube zu Hermsdorf errichteten Kohksanstalt ist im Jahre 1858 ein neuer Ofen nach dem System der Gebrüder Appolt erbaut worden, wie solche bereits seit fast zwei Jahren in Sulzbach bei Saarbrücken und zu Marquise im nördlichen Frankreich mit Vortheil in Anwendung stehen. Der Ofen ist zu Anfang d. J. in Betrieb gesetzt und der Erfolg entspricht den gehegten Erwartungen. Die Vortheile eines solchen Ofens bestehen in Folgendem:

a) Derselbe gibt ohne Nachtheil für die Güte das größte Ausbringen. Während die ältesten schlesichen Oefen bei schlesischer Kohle nur ein Ausbringen von höchstens 55 Proc. ermöglichten und in den schon verbesserten François'schen Oefen (mit erwärmter Sohle und Seitenwänden) beiläufig 62 Proc. erzielt wurden, gibt der Appolt'sche Ofen ein Ausbringen von 70 bis 75 Procent.

b) Er besitzt eine nach seinem Fassungsraum große produktive Kraft, da in 24 Stunden 96 bis 100 Tonnen Kohlen verkohkt werden können. (Jede Kammer wird nämlich mit 8 Tonnen besetzt und nach 24 Stunden entleert.)

c) Er wird mit der größten Leichtigkeit gefüllt und entleert, gestattet daher eine erhebliche Ersparung an Arbeitslöhnen. (Zur Bedienung des Ofens bei einer täglichen Production von 100 Tonnen sind etwa 6 Mann erforderlich.)

Die erzeugten Kohks sind sehr dicht und schwer und werden sich daher besonders bei dem Hohofenbetriebe vortheilhaft verwenden lassen. (Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1859, Nr. 6.)

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