Titel: Unterschied zwischen reducirtem Eisen und Eisenpulver zum medicinischen Gebrauch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 5 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi05_5

Unterschied zwischen reducirtem Eisen und Eisenpulver zum medicinischen Gebrauch.

Hr. Prof. Magnus von Berlin hat bei der vorjährigen Versammlung der Naturforscher und Aerzte in Carlsruhe auf ein merkwürdiges Verhalten des gewöhnlichen Eisenpulvers oder der feinen Eisenfeile, wenn diese von einem Magnet angezogen worden ist, aufmerksam gemacht. während nämlich das durch Wasserstoff aus Eisenoxyd reducirte und höchst fein zertheilte metallische Eisen sehr leicht verbrennlich ist und bei der Berührung mit einer Flamme schnell zu Eisenoxyd verglimmt, läßt sich das durch Feilen oder auf andere Weise bereitete Eisenpulver unter den gewöhnlichen Verhältnissen nicht entzünden. Ein solches Eisenpulver wird bekanntlich in Tyrol im Großen auf mechanische Weise dargestellt und seit mehreren Jahren zu medicinischen und pharmaceutischen Zwecken in den Handel gebracht. Da dasselbe äußerst zart ist, so ist es hie und da sogar schon für durch Wasserstoff reducirtes Eisen verkauft worden – ein Betrug, den man eben dadurch sehr leicht erkennen kann, daß das Tyroler Eisenpulver bei Annäherung einer Flamme nicht verglimmt. Indessen kann dasselbe, wie Magnus durch einen sehr schönen und einfachen Versuch gezeigt hat, ebenfalls in hohem Grade feuerfänglich gemacht werden, wenn man es in den magnetisirten Zustand versetzt. In der That, nähert man dieser zarten Eisenfeile einen Magnet, so hängt sich dieselbe an dessen Polen in Bartform an und fällt beim Schütteln theilweise wieder herunter. Nähert man nun dieser angezogenen |398| Eisenmasse ein brennendes Hölzchen, so fängt sie sogleich Feuer, welches sich rasch fortpflanzt, und wenn man hierauf an den Magnet klopft oder ihn schüttelt, so fällt eine Menge von Funken herunter, die von den brennenden Eisentheilchen herrühren. (Buchner's neues Repertorium für Pharmacie, Bd. VII S. 472.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: