Titel: Ueber gußeiserne Nägel und deren Fabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 1 (S. 461–462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi06_1

Ueber gußeiserne Nägel und deren Fabrication.

Im Architekten-Verein zu Berlin hat Hr. Malberg Mittheilungen über die Fabrication gußeiserner Nägel gemacht, welche in neuerer Zeit bei den Schieferbedachungen der Locomotivschuppen auf der niederschlesisch-märkischen Eisenbahn zur Anwendung gekommen sind. Früher seyen bei diesen Dächern schmiedeeiserne, kupferne und auch verzinkte schmiedeeiserne Nägel verwendet, jedoch sämmtlich durch die beim Heizen der Locomotiven sich entwickelnden Dämpft binnen wenigen Jahren angegriffen worden. Es wurde erwartet, daß gußeiserne Nägel wegen der härteren Oberfläche und wegen deren größeren Kohlenstoffgehalts dem Rosten länger widerstehen würden. Die dabei verwendeten gußeisernen Nägel seyen durch Ravené aus England bezogen, wo derartige Fabrikate in Sheffield und an anderen Orten gefertigt |462| würden. Das dort übliche Verfahren bestehe darin, daß die Gegenstände in Sand geformt und aus einem sehr flüssigen Roheisen gegossen würden. Nach erfolgter Abkühlung würden dieselben sodann in feuerfesten Gefäßen von einer Mischung von Rotheisenstein und Sägespänen umgeben, in runde, mit mehreren Feuerungen versehene Wärmöfen eingesetzt, langsam angewärmt, 48–72 Stunden geglüht und endlich in den Gefäßen der Abkühlung überlassen. Bei diesem Processe entziehe der Rotheisenstein dem Gußeisen einen Theil seines Kohlenstoffgehalts. (Erbkam's Zeitschrift für Bauwesen.)

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