Titel: Verfahren, galvanoplastisch zu copirende Gegenstände leitend zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 4 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi06_4

Verfahren, galvanoplastisch zu copirende Gegenstände leitend zu machen.

Stoffe, welche nicht metallisch sind, können in der Regel ohne besondere Vorbereitung nicht galvanoplastisch copirt oder auf galvanoplastischem Wege mit einer Metallschichte, wenn sie nicht früher mit einem eigenen Körper überzogen werden, der weder die Form verändert, noch die Vertiefungen und Erhöhungen verdeckt. Die bisher angewandten Stoffe sind entweder kostspielig oder haften nicht vollkommen an.

Der Graphit z.B., das gewöhnlich benützte Mittel, macht den betreffenden Gegenstand nicht in der Art leitend, daß bei Einwirkung des Stromes die ganze Oberfläche gleichförmig von einer cohärenten Schichte überzogen wird Der Niederschlag zeigt sich zuerst an der Stelle, welche dem Leitungsdrahte zunächst liegt, außerdem haftet der allmählich stärker werdende Niederschlag nicht an dem zu copirenden Gegenstande, sondern bildet eigentlich nur einen, durch die Vertiefungen und Erhöhungen festgehaltenen Körper. Gewisse Theile des Gegenstandes können nicht gut mit Graphit überzogen werden, theils weil derselbe nicht gehörig anhaftet, theils weil sich zu viel desselben ablagert, wodurch die Schärfe leidet. Durch das Verfahren von Nézeraux erhält der Gegenstand eine solche Leitungsfähigkeit, daß derselbe sogleich von einer dünnen Schichte ausgefällten Metalls überdeckt wird, welche fest anhaftet.

Das Verfahren besteht darin, den betreffenden Körper undurchdringlich zu machen, indem er mit einem Firniß aus trocknendem Oel, mit Wachs, Leim oder Stearin getränkt wird. Hierauf wird auf die zu copirenden Stellen mit Hülfe eines Pinsels eine Flüssigkeit aufgetragen, welche erhalten wird durch Vertheilung des geschmolzenen Gemenges von 500 Grammen Bernstein, 120 Grammen Mastix und 30 Grammen Asphalt in 500 Grammen eines fetten Oeles unter Zusatz von Terpenthinöl bis zur vollkommenen Klärung. Die ausgestrichene Schichte muß wenigstens in 8 Stunden trocknen. Bevor sie vollkommen trocken ist, belegt man alle überzogenen |464| Stellen mit sehr feinen Metallblättchen, z.B. Folie (aus Blei. Zinn. Kupfer, Gold oder Silber), indem man sie mit einem Bauschen oder einem Haarpinsel andrückt, bis sie fest haften Hierauf wird mit einer Bürste jener Theil der Metallplättchen abgerieben, der nicht fest anhaftet. Es werden auf diese Art alle Stellen gehörig bedeckt, und nach Nezeraux scharf erhalten. Nach dem Trocknen wird der Gegenstand mit einer sehr verdünnen Lösung von Cyankalium gewaschen hierauf in ein kaltes alkalisches Bad aus 5 Theilen Grünspan. 5 Theilen schwefligsaurem Natron, 8 Theilen Cyankalium, 1 Theil kohlensaurem Natron und 100 Theilen destillirtem Wasser getaucht. Diese Flüssigkeit soll eine dünne Schichte hervorbringen, welche die schnelle Fällung des Metalls bewirkt. Hierauf bringt man den Gegenstand in eine Lösung von Kupfervitriol und überlaßt ihn der Einwirkung des elektrischen Stromes. (Armengaud's Genie industriel, December 1858, durch die Mittheilungen des nieder-österreichischen Gewerbevereins, 1859 S. 13.)

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