Titel: Versilberung mit Hülfe von citronensauren Salzen, nach Masse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 151/Miszelle 5 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj151/mi151mi06_5

Versilberung mit Hülfe von citronensauren Salzen, nach Masse.

Wir entnehmen dem Januarhefte des Technologiste das nachfolgende in Frankreich auf 15 Jahre patentirte Verfahren und empfehlen es unseren Industriellen zur Prüfung. Masse versucht eine neue Methode der Versilberung welche im Vergleiche mit der bisherigen Methode noch Vortheile hätte Nach langen Versuchen fand er in den Verbindungen gewisser organischer Säuren ein Mittel, nicht nur einen Silberniederschlag von gehöriger Stärke, sondern auch einen solchen für nicht leitende Gegenstände herzustellen.

Masse benützte Citronensäure, Ammoniak und Silberoxydsalze, wobei eine ziemlich gute Schichte erhalten wurde. Doch hatte die Flüchtigkeit des Ammoniaks neben andern Umständen dieses Verfahren bald weniger vortheilhaft erscheinen lassen. Die Erfahrung zeigte, daß eine nicht flüchtige Basis unumgänglich nothwendig sey, um gehörige Resultate zu erzielen. Masse wählte nunmehr die citronensaure Magnesia, welche er durch Ammoniak alkalisch macht, löst in dieser alkalischen Flüssigkeit Silberoxyd auf und entfernt dann den Ueberschuß des Ammoniaks durch Verdampfen. Auf diese Art erhält man ein Doppelsalz von citronensaurer Magnesia und Silberoxyd-Ammoniak. Metalle in diese Flüssigkeit eingetaucht, werden unverzüglich mit einem Silberüberzuge versehen. Die Schickte nimmt an Stärke zu mit der Dauer des Eintauchens. Glas, Porzellan, Thonwaaren werden allmählich und zuletzt vollständig versilbert. Das Glas, auf einer Seite mit einem Firniß überzogen, gibt ausgezeichnete Spiegel. Der Silberniederschlag ist rein metallisch.

Masse benützt als Ausgangspunkt den citronensauren Kalk, welcher mit schwefelsaurer Magnesia einen Niederschlag von schwefelsaurem Kalk und eine Lösung von citronensaurer Magnesia gibt. Er löst zu diesem Zwecke 690 Gramme Citronensäure in Wasser und neutralisirt sie mit 320 Grammen Kalk. Hierauf versetzt er den Niederschlag mit 294 Grammen schwefelsaurer Magnesia, in dem zweifachen Gewichte Wasser gelöst. Auf diese Art wird eine Lösung von saurer citronensaurer Magnesia erhalten, die nach der Filtration in einer Porzellanschale eingedampft wird bis auf zwei Drittel des ursprünglichen Volums.

Wir würden vorschlagen, eine Portion, z.B. die obige Menge Citronensäure in zwei gleiche Theile zu theilen, die eine Hälfte mit kohlensaurer Magnesia in der Wärme zu versetzen, so lauge noch ein Aufbrausen erfolgt, und die andere Portion hierauf zuzusetzen.

Die erkaltete Flüssigkeit wird mit Ammoniak bis zur alkalischen Reaction versetzt, so daß Silberoxyd darin gelöst werden kann. Diese Flüssigkeit wird nun in einem wohl verschlossenen Gefäße aufbewahrt. Zur Herstellung des Silberbades werden 100 Gramme frisch dargestelltes Silberoxyd in einem Kilogramm des citronensauren Doppelsalzes von Magnesia und Ammoniak gelöst, und 3 Liter Wasser zugesetzt, hierauf bei schwacher Wärme digerirt, um den Ueberschuß des Ammoniaks zu entfernen und die Flüssigkeit neutral zu machen. Nach Zusatz des zweifachen Volums Wasser kann die Flüssigkeit unmittelbar benützt werden. Doch ist es vortheilhafter, |465| sie erst nach 24 Stunden in Gebrauch zu nehmen. Die gut gereinigten Gegenstände werden in dieser Flüssigkeit in Verbindung mit einer Batterie sogleich versilbert. Die Flüssigkeit läßt sich sehr leicht reduciren. Man braucht nur einen sehr schwachen Strom, um metallisches Silber auszufällen. Die Anwendung einer auflöslichen Anode erzeugt oft einen zu starken Riederschlag, so zwar daß Masse sogar Platin hiezu anwendet. Die Reducirbarkeit ist so groß, daß eine Glasplatte, die mit einem Kupferstreifen umgeben und mit einer Batterie verbunden ist, beim Eintauchen mit einem spiegelnden Ueberzug von Silber überzogen wird. (Mittheilungen des nieder-österreichischen Gewerbevereins, 1859 S. 15)

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