Titel: Kirchweger's selbstthätiger Wassersammler bei Dampfleitungen.
Autor: Kirchweger, Johann Gottfried Heinrich
Fundstelle: 1859, Band 152, Nr. XXXV. (S. 163–164)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/ar152035

XXXV. Selbstthätiger Wassersammler bei Dampfleitungen; vom Maschinen-Director Kirchweger in Hannover.

Aus den Mittheilungen des hannoverschen Gewerbevereins, 1859 S. 34.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Bei langen Dampfleitungen findet sich in Folge der Abkühlung stets etwas condensirtes Wasser, welches von dem Dampfstrome fortgerissen in die Arbeitsmaschine gelangt und hier zerstörende Wirkung veranlassen kann. Um diesem Uebel entgegenzuwirken, bringt man in der Rohrleitung an entsprechender Stelle einen Wassersammelkasten an, in welchem jenes Wasser sich anzusammeln Gelegenheit findet; ist das Gefäß gefüllt, so muß es entleert werden, und damit dieß von selbst geschehe, hat man folgende Einrichtungen getroffen.

Fig. 14. In der Dampfleitungsröhre a, b ist das Sammelgefäß c, c eingeschaltet; innerhalb dieses ist eine hohle Kugel d von Messing- oder Kupferblech angebracht, welche mit entsprechenden Leitungsstiften in den Führungen e, f gehalten, sich nur auf und nieder bewegen kann. Der untere Leitungsstift endet bei g in ein kleines Kegelventil, welches die Abflußrohre h verschließt, sobald die Kugel mit ihrem Gewichte frei niederdrückt. Sammelt sich nun in dem Gefäße ein gewisses Wasserquantum, so daß darin die Kugel d schwimmt, so wird das Ventil g gehoben und der Wasserausfluß durch h gestattet, bis der Wasserspiegel und zugleich die schwimmende Kugel so weit gesunken sind, daß das Ventil g die Oeffnung h wieder verschließt.

Fig. 15 stellt einen ähnlichen Apparat dar, welcher von dem vorigen nur insofern abweicht, als anstatt dort d eine hohle Kugel, hier d, d ein nach Oben offenes Gefäß ist, welches auf seiner innern Bodenfläche bei g ein Stückchen vulcanisirtes Gummi-elasticum trägt, durch welches letztere die Oeffnung des Rohres h wasserdicht verschlossen wird, sobald das Gefäß d, d von dem zwischen den Wänden c, d, d, c befindlichen Wasser schwimmend getragen wird. Bei einer gewissen Ansammlung von condensirtem Wasser wird auch das Gefäß d, d gefüllt, und zwar so weit, bis dasselbe sinkt und dadurch die untere Oeffnung des Rohres h frei wird. Der Druck des Dampfes auf die Wasserfläche veranlaßt das Ausströmen des Wassers durch das Rohr h so lange, bis das Gefäß erleichtert emportreibt |164| und die Gummiplatte die Oeffnung wieder verschließt. Die Dimension eines solchen Sammelgefäßes ist etwa 10–12 Zoll Höhe bei eben solchem Durchmesser.

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