Titel: Kind's Abfallstück mit Ausdehnung für Schachtbohrungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152, Nr. CVIII. (S. 418–419)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/ar152108

CVIII.  Kind's Abfallstück mit Ausdehnung für Schachtbohrungen.

Aus Armengaud's Génie industriel, April 1859, S. 188.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Bei den Apparaten zu Schachtbohrungen ist eine einfache und wohlfeile Construction wesentliche Bedingung; sie sollen nur aus den unerläßlich nothwendigen Theilen bestehen, welche leicht und mit Zeitersparung betrieben werden können. Diesen doppelten Zweck hat der Ingenieur Kind bei feinem sich ausdehnenden Freifallstück zu erreichen gesucht.

Der Erfinder hat bei diesem neuen Apparat die Zangenhaken weggelassen, welche häufig Reparaturen und eine sehr sorgfältige Adjustirung erfordern.

Auch die Scheiben oder Hütchen blieben weg; sie haben den Nachtheil, daß wenn, während des Betriebes, das geringste Stückchen Berge von den Bohrlochswänden darauf fällt, sie die Wirkung des Stangenhakens unterbrechen. Ueberdieß ist es Hrn. Kind gelungen, die Stängelchen, welche so häufig zerbrechen, weglassen zu können.

Das Abfallstück ist auf diese Weise möglichst vereinfacht und die es bildenden Theile können leicht weggenommen und ausgewechselt oder reparirt werden.

Fig. 26 ist eine Seitenansicht des neuen Abfallstücks,

Fig. 27 eine Ansicht desselben von Vorn.

Der Apparat besteht, wie die gewöhnlichen Abfallstücke, aus zwei besonderen Theilen; der eine Theil A (die Schere) ist gabelförmig und geht durch einen zweiten Theil mit Falz B (die Zunge), mit welchem er durch einen Keil D der Art verbunden ist, daß der obere Theil A auf dem zweiten Theil B von Oben nach Unten und von Unten nach Oben gleiten oder rutschen kann.

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Ueber dem festen Keil D befindet sich ein zweiter beweglicher Keil C, welcher mit den beiden Flügelträgern F in Verbindung steht, an denen die Kautschukflügel E befestigt sind.

An seinem untern Theile erweitert sich der Falz plötzlich um 2 oder 3 Centimeter, aber nur auf einer Seite. Die so erweiterte Oeffnung reicht auf etwa 10 Centimeter hinab und der Falz nimmt dann wieder seine ursprüngliche Weite an.

Die Bewegungen des Mechanismus sind nun leicht einzusehen:

Wenn man das Instrument in das Bohrloch hinabläßt, so ruht der obere Theil K des Falzes auf den beiden Keilen C und D. Auf dem Bohrlochsort angelangt, senkt sich der obere Theil der Schere A bis zum untern Theil des Falzes B.

Wird nun das Instrument gehoben, so drückt das Wasser auf den obern Theil der Flügel E und erhält den beweglichen Keil C in einer geneigten Stellung, so daß er unter dem Einschnitt x aufruht.

Der bewegliche Keil C findet hier seinen Stützpunkt, was ihm gestattet, den unteren Theil B der Zunge, an welchen das Bohrwerkzeug geschraubt ist, 30 bis 60 Centimeter hoch zu heben, welche Höhe dem Fall des Werkzeugs entspricht.

Nachdem der Apparat auf diese Höhe gehoben worden ist, drückt beim Hinablassen desselben das Wasser auf den untern Theil der Flügel E, welche den beweglichen Keil C aus seiner geneigten in eine senkrechte Stellung stoßen, worauf das Abfallstück B niederfällt.

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