Titel: Sebille's Maschine zur Anfertigung inwendig und auswendig verzinnter Bleiröhren.
Autor: Sebille, E. F.
Johnson, John Henry
Fundstelle: 1859, Band 152, Nr. CXII. (S. 428–429)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/ar152112

CXII. Maschine zur Anfertigung inwendig und auswendig verzinnter Bleiröhren, von E. F. Sebille in Nantes.105)

Aus dem Practical Mechanic's Journal, Januar 1859, S. 261.

Mit einer Abbildung auf Tab. VII.

Fig. 30 stellt den Verzinnungsapparat des Erfinders in Anwendung auf eine Presse zur Anfertigung endloser Bleiröhren im Verticaldurchschnitte und zwar bei eben begonnener Procedur dar. Einen Haupttheil bildet, wie bei den gewöhnlichen Maschinen zur Anfertigung endloser Bleiröhren, ein Cylinder A, worin ein Kolben B auf das geschmolzene Metall C drückt und dasselbe durch die Oeffnung der Formplatte D treibt, in deren Mitte ein solider Dorn angebracht ist. Letzterer läßt zwischen seiner äußeren Fläche und den Rändern der Oeffnung der Platte D einen ringförmigen Raum, dessen Weite der Metalldicke der anzufertigenden Röhre entspricht. Soll der Dorn zur Verzinnung von weiten Röhren dienen, so hat er die Gestalt eines hohlen Cylinders E und ist an ein Querstück befestigt, welches im Innern des Cylinders angeordnet ist und sich gegen die untere Fläche der Ziehplatte D lehnt. Dieses Querstück besteht aus vier Armen, welche da, wo das Metall durch die Form fließt, sehr dünn sind, um demselben so wenig wie möglich Widerstand darzubieten.

Nachdem die Röhre F durch die Form D ein wenig herausgetreten ist, wobei sie den Dorn vollständig umgibt, gießt man eine Quantität mit der nöthigen Harzdecke geschmolzenen Zinnes in die Röhre. Dasselbe füllt nun den hohlen Dorn aus und steigt je nach der erforderlichen Quantität bis über das obere Ende des Dorns. Letzterer ist bei d durchlöchert; durch diese Löcher fließt das Zum und tritt in den ringförmigen Raum zwischen dem Dorn und der Röhre F Eben so schnell, als die Röhre durch die Form hervortritt, überzieht sie sich inwendig mit Zinn. Der an dem oberen Ende des Dorns befindliche Hals vertritt bei der steigenden Röhre die Stelle eines Löthkolbens und drückt das Zinn in die Poren der Bleiröhre. Oberhalb dieses Halses tritt die innere Fläche der Röhre abermals in das Zinnbad.

Bei der Verzinnung von dünneren Röhren kann man sich eines soliden Dorns bedienen. Das geschmolzene Zinn nimmt alsdann den ringförmigen |429| Raum ein, welcher dadurch gebildet wird, daß man dem Dorn in seiner Mitte einen kleineren Durchmesser gibt. Ein auf das obere Ende des Dorns geschraubter Ring dient zur Adjustirung des Dorns. Dieser Ring wird indessen nach erfolgter Adjustirung abgeschraubt. Bei der Anfertigung von Röhren von großem Durchmesser würde der Dorn, wenn er unbeweglich wäre, dem Durchgang des Metalls durch die Form einen zu großen Widerstand darbieten. Um dieses zu vermeiden, ist der Dorn mit seinem unteren Ende an den Kolben B befestigt, während sein oberes Ende zur Aufnahme des Zinnes eingerichtet ist und dem letzteren gestattet sich gegen die innere Röhrenwand zu legen. Dieser Theil des Dorns ist daher ein wenig erweitert, so daß er als Löthkolben und Glätteisen dient, indem er gegen das Innere der Röhre drückt. Die Operation des Verzinnens geht ganz auf dieselbe Weise, wie oben beschrieben wurde, vor sich, nur daß der Dorn mit dem Preßkolben in die Höhe steigt.

Sollen die Bleiröhren zugleich von Außen verzinnt werden, so wird an der Form D noch ein äußerer Cylinder angebracht, welcher die Röhre F, da wo sie aus der Form tritt, umschließt. Dieser Cylinder dient als Behälter zur Aufnahme des den äußeren Ueberzug der Röhre bildenden Zinnes. Auf diese Weise erfolgt die Verzinnung der Röhre inwendig und auswendig zu gleicher Zeit und zwar eben so schnell als die Röhre emporsteigt. Dieser innere und äußere Zinnüberzug ertheilt der Röhre einen gewissen Grad von Starrheit, ohne ihr jedoch die Biegsamkeit zu benehmen.

Patentirt am 28. Januar 1858 für J. H. Johnson in London.

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