Titel: Ueber die Erkennung von Blutstecken, von Brücke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 12 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi01_12

Ueber die Erkennung von Blutstecken, von Brücke.

Brücke theilt eine Blutprobe mit, welche nach ihm noch vollkommen sichere Resultate liefert bei Blutmengen, die so gering sind, daß die bisher bekannten Methoden bei denselben kaum mehr angewendet werden können.

Im Jahre 1853 machte Teichmann die Entdeckung, daß sich durch Einwirkung von Essigsäure auf Blut Krystalle erhalten lassen, als deren wesentlichen Bestandtheil er später den Blutfarbstoff erkannte. Bei seinen eigenen Versuchen fand Brücke die Angabe Teichmann's durchaus begründet, daß nämlich höchst geringe Mengen Blut hinreichend seyen, um jenes Verhalten für die Erkenntniß von Blutflecken bei gerichtlichen Untersuchungen zu verwerthen, ja daß selbst gemachte Reinigungsversuche – auch wenn sie die Blutkörperchen zerstört haben – die Probe nicht beeinträchtigen, wenn nur noch einiger Farbstoff zurückgeblieben ist Dabei sind die Krystalle so charakteristisch, und entstehen unter solchen Umständen, daß eine Täuschung unmöglich scheint. Der Gang, den man bei solcher Untersuchung einzuschlagen hat. ist folgender:

Man gibt etwas von der Flüssigkeit, welche auf dem gewöhnlich vorgeschriebenen Wege durch Ausziehen des Fleckens mit destillirtem Wasser erhalten ist, in ein Uhrglas und läßt es mit einigen Tropfen Kochsalzlösung vermischt unter der Glocke der Luftpumpe neben Schwefelsäure eintrocknen. Dann durchmustert man das Uhrglas mit dem Mikroskope, um sich zu überzeugen, daß auf dem Boden desselben nichts sich befindet, was etwa mit den Teichmann'schen Kristallen verwechselt werden könnte. Hierauf übergießt man den am Boden des Uhrglases gebliebenen Rückstand mit Eisessig, verdampft denselben auf dem Wasserbade bei 100° C. zur Trockne, gießt einige Trofen destillirten Wassers in das Uhrglas und bringt dieses unter das Mikroskop, um zu sehen, ob sich Krystalle gebildet haben. Ist zu viel Substanz am Boden des Uhrglases, um die Durchmusterung zu gestatten, so breitet man sie partienweise auf Objectivträgern aus, versieht sie mit Deckgläsern und nimmt hierauf die Untersuchung vor. (Zeitschrift für Natur- und Heilkunde in Ungarn, 1857. Archiv der Pharmacie Bd. CXLVII S. 71.)

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