Titel: Crooke's Anwendung der Photographie für Holzschnitte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 7 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi01_7

Crooke's Anwendung der Photographie für Holzschnitte.

Das Stück Buchs- oder Birnholz, auf welchem das betreffende Bild geschnitten werden soll, wird in einem dunklen oder durch eine Kerzenflamme erleuchteten Zimmer, mit einem Gemenge von oxalsaurem Silberoxyd und Wasser, dem etwas Gummi oder geschlämmtes Ziegelmehl zugesetzt wurde, überstrichen. Das Verfahren ist hiebei dasselbe, welches man gewöhnlich zum Ueberstreichen der Holzstöcke mit einem Gemenge von Bleiweiß und Gummiwasser anwendet. Man streicht auf eine Fläche von 15 Kubikcentimetern etwas von der Substanz, ungefähr so viel als 1/2 Frankenstück beträgt, taucht den Finger in Wasser, breitet nun die Schichte gleichförmig aus, und reibt so lange, bis endlich alles Wasser theilweise absorbirt, theilweise verdunstet ist. Auf diese Art bleibt auf der Oberfläche eine unmerkliche Schichte von oralsaurem Silberoxyd. Der Holzstock kann dann an einem dunklen Orte aufbewahrt und getrocknet werden. Selbst nach sechs Monaten zeigten sich die Stöcke noch ganz brauchbar. Das oralsaure Silberoxyd ist gegen das Licht empfindlich, man braucht daher nur den Holzstock unter ein negatives Bild zu legen und der Sonne auszusetzen, um ein positives Bild ebenso zu erhalten, als ob man mit einem empfindlich gemachten Papier verfahren würde.

Der Holzstock braucht nicht gewaschen oder anderweitig vorbereitet zu werden, bevor er in die Hand des Holzschneiders gelangt. Dieser muß nur Acht geben, das Holz während der Arbeit nicht dem directen Sonnenlichte auszusetzen, indem sonst die ganze Fläche schwärz würde.

Das zerstreute Tageslicht kann nur durch Einwirkung von einer oder mehreren Stunden nachtheilig werden. Der Erfinder dieses Verfahrens hat einen schon bereits mit dem Bilde versehenen Holzstock erst nach 14 Tagen schneiden lassen und dabei |78| keinen Nachtheil bemerkt. (Photographic News, durch die Mittheilungen des niederösterreichischen Gewerbevereins, 1859 S. 82.)

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