Titel: Bereitung des Alizarins mittelst Schwefelkohlenstoff, von Louis Vilmorin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 8 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi02_8

Bereitung des Alizarins mittelst Schwefelkohlenstoff, von Louis Vilmorin.

Man behandelt das käufliche Garancin (den mit Schwefelsäure verkohlten Krapp) in der Wärme zwei- bis dreimal mit einer Auflösung von sehr reinem Ammoniak-Alaun in Wasser (indem man halb so viel Alaun als Garancin anwendet); die Flüssigkeit zeigt nach dem Filtriren eine sehr schöne, in Orange stechende Scharlachfarbe. Man dampft sie ab, und rührt dabei häufig um, damit der Alaun nur kleine Krystalle bilden kann, welche mit amorphem Alizarin berustet sind. Dieses Product wird ausgetrocknet, dann zerrieben und im Wasserbade (von jedem Feuer entfernt) mit kochendem Schwefelkohlenstoff behandelt, welcher bloß das Alizarin auflöst und den Alaun hinterläßt, der dann zu einer neuen Operation verwendbar ist. Die Auflösung des Alizarins im Schwefelkohlenstoff ist glänzend goldgelb; man filtrirt sie sofort und sieht daß beim Erkalten die Wände des Glases, in welches sie filtrirt wurde, sich mit sternförmigen Gruppen seidenglänzender Nadeln überziehen. So erhält man auf nassem Wege vollkommen krystallisirtes Alizarin. Dieses Verfahren dürfte wegen seiner Einfachheit wohl eine technische Anwendung gestatten.

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Anstatt des Schwefelkohlenstoffs kann man auch kochenden absoluten Alkohol benutzen, welchen ich Anfangs anwandte; ich erhielt mit der so erzeugten Lösung auf Wolle viel reinere Nüancen als mir die alkoholische Auflösung von sublimirtem Alizarin lieferte. (Journal de Chimie médicale, April 1859, S. 255.)

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