Titel: Verfahren zum Conserviren der Bestandtheile des Eies und derjenigen des Blutes; von A. Mosselmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 10 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi03_10

Verfahren zum Conserviren der Bestandtheile des Eies und derjenigen des Blutes; von A. Mosselmann.

Mein Zweck ist, längere Zeit conserviren zu können:

1) das Albumin oder Eiweiß und das klare Serum des Blutes (Blutwasser), welche in flüssigem oder in getrocknetem Zustande an die Zeugdruckereien etc. verkauft werden sollen;

2) das Albumin oder Eiweiß und das Blutserum oder das geschlagene Blut, welche im flüssigen oder getrockneten Zustande zum Klären des Weins etc. verkauft werden sollen;

3) das Eigelb, welches entweder in flüssigem Zustande (in Zinkgefäßen) oder in getrocknetem Zustande zum Bearbeiten der Häute (an die Weißgerber) verkauft werden soll.

Mein Verfahren besteht darin, daß ich der zu conservirenden Substanz beiläufig 5 Proc. ihres Gewichts neutrales schwefligsaures Natron entweder als Pulver oder als concentrirte Lösung zusetze.

Das mit schwefligsaurem Natron versetzte Eiweiß besitzt den Vorzug, daß es sich weniger leicht zersetzt. Zum Klären oder Schönen des Weins bestimmt, hat es die dreifache Eigenschaft, den Wein durch das Albumin zu klären, ihn durch die schweflige Säure zu schwefeln und ihn durch das Natron mild zu machen, indem dieses einen Theil der Säure des Weins sättigt.

Das mit schwefligsaurem Natron gemischte Eigelb conservirt sich, sogar an der Luft, viel länger als das nicht präparirte.

Seitdem ich mir dieses Verfahren (mitgetheilt im polytechn. Journal Bd. CXL S. 392) patentiren ließ, hat mir die Erfahrung gelehrt, daß das schwefligsaure Natron, welches ich zum Conserviren des Albumins anwandte, das ich sowohl im flüssigen als im trockenen Zustande an die Zeugdrucker, Vergolder etc. verkaufe, nicht ohne Nachtheile war, namentlich für gewisse Pflanzenfarben, wenn der Druckfarbe eine etwas beträchtliche Quantität schwefligsauren Natrons zugesetzt werden muß, wie in dem Falle wo das der Farbe beigemischte Eiweiß sich in warmen Drucklocalitäten und bei freier Berührung mit der Luft conserviren soll.

Aus diesem Grunde kam ich auf den Gedanken, einen mehr oder weniger beträchtlichen Theil des schwefligsauren Salzes durch eine andere antiseptische Substanz zu ersetzen, welche diese Nachtheile nicht veranlaßt. Ich wählte das rectificirte leichte Steinkohlentheeröl, welches im Handel unter dem Namen Benzin vorkommt; statt desselben kann man aber auch Terpenthinöl und andere Kohlenwasserstoffe anwenden. (Moniteur industriel, Mai 1859, Nr. 2349.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: