Titel: Verfahren zur Gewinnung des Glycerins aus der Unterlauge der Seifensieder, von H. Reynolds in London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 9 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi03_9

Verfahren zur Gewinnung des Glycerins aus der Unterlauge der Seifensieder, von H. Reynolds in London.

Man dampft die Unterlauge in einer offenen Pfanne über freiem Feuer ab; die dabei am Boden der Pfanne sich absetzenden Salze werden von Zeit zu Zeit herausgeschafft und in ein trichterförmiges Gefäß gefüllt, um die von ihnen abtropfende Flüssigkeit zu sammeln und in die Abdampfpfanne zurückzugeben. Man erhält das Niveau der Flüssigkeit beim Abdampfen constant, indem man einen Speisebehälter anwendet, dessen Ausfluß durch einen Kugelhahn regulirt wird. Nachdem die Flüssigkeit ihre größte Dichtigkeit bezüglich ihres Glyceringehalts (nicht die wirkliche Dichtigkeit, welche der Aräometer angibt) erreicht hat, was man daran erkennt, daß ihr Siedepunkt beiläufig 109° C. beträgt, bringt man sie in eine Destillirblase. In der Blase wird die Temperatur der Flüssigkeit so gesteigert, daß sie auf deren Oberfläche oder wenige Zolle unter derselben beiläufig 193° C. beträgt, worauf man einen |240| Strom von gewöhnlichem Hochdruckdampf oder von überhitztem Dampf durch die obere Schicht der heißen Flüssigkeit richtet, die Temperatur des eingetriebenen Dampfes muß so lange regulirt werden, bis das Glycerin übergeblasen ist, denn wenn die Temperatur zu hoch stiege, so könnte das Glycerin theilweise in Acrolein verwandelt werden. – Patentirt in England am 10. Juni 1858. (London Journal of arts, März 1859, S. 160.)

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