Titel: Verfahren, Papier, Gewebe u.s.w. mehrfarbig zu bedrucken; von H. L. Müller in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 11 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi04_11

Verfahren, Papier, Gewebe u.s.w. mehrfarbig zu bedrucken; von H. L. Müller in Paris.

Der Genannte erhielt am 23. März 1858 in England ein Patent auf ein Verfahren, Papier, Gewebe u.s.w. auf einmal mit beliebig vielen verschiedenen Farben zu bedrucken. Nach demselben vermischt man jeden der anzuwendenden |320| höchst sein zertheilten Farbstoffe für sich mit einem Bindemittel, welches je nach den Umständen eine Lösung von Gummi, Dextrin u.s.w. in Wasser oder eine Lösung von Harz in Weingeist oder Terpenthinöl oder irgend eine andere Lösung seyn kann, zu einer teigförmigen Masse und bildet aus derselben sodann durch Pressen in Formen oder auf andere Art Stäbchen oder Stücke, deren Grundfläche demjenigen Theile des betreffenden Musters, welcher damit gedruckt werden soll in Gestalt und Größe gleich ist. Diese Stücke werden getrocknet und darauf in der dem zu erzeugenden Muster entsprechenden Lage und Anordnung zusammengestellt und mit einander verbunden, indem man ihre Seitenflächen vorher mit etwas von dem Bindemittel bestreicht, damit sie zusammenkleben, und nöthigenfalls Zwischenstücke (wohl für unbedruckt zu lassende Stellen) einschaltet Aus den verschiedenen Stücken erhält man so eine Platte, welche sämmtliche zum Druck des betreffenden Musters erforderliche Farben in der gehörigen Anordnung darbietet. Diese Platte wird, auf einem Bret, einer Metallplatte u.s.w. befestigt, zum Druck angewendet, wobei es aber nöthig ist, jedesmal, bevor man einen Abdruck nimmt, entweder die Oberfläche dieser Mosaikdruckplatte oder das Gewebe oder sonstige Material, worauf gedruckt werden soll, mit einer geeigneten Flüssigkeit zu befeuchten, so daß dadurch die für den einmaligen Abdruck erforderliche Quantität Farbe löslich gemacht wird. Unter Umständen kann es zweckmäßig seyn, die angefeuchtete Mosaikdruckplatte zunächst auf einem lithographischen Steine oder einer Metallplatte abzudrucken und erst von dieser Abdrücke auf dem Gewebe oder sonstigen Material zu machen (Repertory of Patent-Inventions, December 1858, durch das polytechnische Centralblatt, 1859 S. 218.)

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