Titel: Chemische Aufschließung des Horns behufs der Düngung der Felder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 12 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi04_12

Chemische Aufschließung des Horns behufs der Düngung der Felder.

Ein Rittergutsbesitzer fragte bei dem Verein zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen an, auf welche Weise, behufs der Düngung der Felder, Horn aufzulösen sey und welche Gefäße dazu verwendbar seyen. Die Abtheilung für Chemie und Physik äußerte sich über diese Frage im Wesentlichen folgendermaßen:

„Die Erfahrung lehrt, daß geraspeltes Horn sich in der Erde ohne weitere chemische Vorbereitung zersetzt, in den Gärtnereien werden Hornspäne als eins der besten Düngmittel betrachtet. Jede chemische Behandlung des Hornes zerstört wenigstens theilweise die stickstoffhaltigen Verbindungen und dürfte deßhalb minder vortheilhaft seyn. Zur chemischen Aufschließung des Hornes bedient man sich der ätzenden Alkalien, mit deren Auflösung es übergossen wird, wobei Wärme zu vermeiden ist, da sonst Ammoniak entweichen würde. Ist das Horn aufgeweicht, so gießt man verdünnte Schwefelsäure hinzu, um das Alkali zu neutralisiren.“

„Wohlfeiler als eine Behandlung mit Aetzlauge ist die mit Kalkbrei. Man sumpfe möglichst zerkleinertes Horn mit gelöschtem Kalk in eine Grube ein, worauf dasselbe bald weich wird. Hierauf kann es herausgenommen und mit oder unter Wasser noch mehr zerkleinert und zerrührt werden.“

„Was die nöthigen Gefäße betrifft, so kann in einem aus Cement gefertigten Behälter eine Behandlung des Hornes wohl mit Kalk und Alkalien, nicht aber mit concentrirter Schwefelsäure vorgenommen werden, da der Cement von letzterer mächtig angegriffen wird. Hierzu eignen sich Bohlenkästen mit Bleiplatten (6 Pfund pro Quadratfuß wiegend) ausgekleidet. Eine Behandlung mit Kalk kann in Gruben stattfinden, deßgleichen mit Laugen in Cementkästen.“ (Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen 1859 S. 25.)

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