Titel: Ueber die Reinigung des Kupfervitriols und anderer schwefelsaurer Salze von Eisen, und über die Befreiung des Wassers von Gyps; von Heinrich Wurtz, Professor der Chemie in Washington.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 9 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi04_9
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Ueber die Reinigung des Kupfervitriols und anderer schwefelsaurer Salze von Eisen, und über die Befreiung des Wassers von Gyps; von Heinrich Wurtz, Professor der Chemie in Washington.

Um den Kupfervitriol von seinem Eisengehalt zu befreien, kocht man die Lösung desselben zuerst mit etwas braunem Bleioxyd, um das schwefelsaure Eisenoxydul in Oxydsalz zu verwandeln, und sodann mit kohlensaurem Baryt, wodurch das Eisenoxyd niedergeschlagen wird, während zugleich unlöslicher schwefelsaurer Baryt entsteht. Die heiße Lösung wird dann filtrirt und krystallisiren gelassen, wobei schöne, ganz eisenfreie Krystalle sich bilden. Statt des braunen Bleioxyds kann man auch Mennige anwenden, welche aber etwas Kupferoxyd mit niederschlägt. Wenn ein geringer Kalkgehalt des Kupfervitriols nicht nachtheilig ist, wie in der Druckerei und bei der Farbenfabrication, so kann man statt des kohlensauren Baryts kohlensauren Kalk anwenden. Sollte der Kupfervitriol Mangan enthalten, wie es oft der Fall ist, so wird dasselbe durch diese Behandlung ebenfalls abgeschieden.

Das hier angegebene Reinigungsverfahren ist auch bei den schwefelsauren Salzen der Alkalien, der Bittererde, des Zinkoxyds etc. anwendbar und dürfte namentlich zur Reinigung der schwefelsauren Bittererde oder des Bittersalzes eine technische Anwendung finden. Das Bittersalz kann durch Behandlung mit kohlensaurem Baryt nicht bloß von Eisen, sondern auch von seinem Gehalt an schwefelsaurem Kalk befreit werden, denn der kohlensaure Baryt schlägt den Gyps aus seiner Lösung vollständig nieder, selbst in der Kälte, indem kohlensaurer Kalk und schwefelsaurer Baryt entstehen. Man kann daher dieses Mittel anwenden, um den Gyps aus dem Wasser, welches zur Speisung von Dampfkesseln bestimmt ist, zu entfernen und dadurch die Kesselsteinbildung zu verhüten. Kohlensaures Bleioxyd schlägt den Gyps ebenso nieder wie kohlensaurer Baryt, und kann deßhalb zu demselben Zweck angewendet werden, und dürfte hierzu nicht zu kostspielig seyn, da sich das Blei aus dem Niederschlag, einem Gemisch von schwefelsaurem Bleioxyd und kohlensaurem Kalk, leicht als Metall wieder gewinnen läßt. (Chemical Gazette, 1859, Nr. 391.)

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