Titel: Verfahren zum Schwarzfärben von Orleans und anderen gemischten Zeugen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 10 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi05_10

Verfahren zum Schwarzfärben von Orleans und anderen gemischten Zeugen.

W. B. Nortcliffe, Färber in Fell-grove bei Huddersfield, Grafschaft York, ließ sich am 13. August 1858 für England ein Verfahren patentiren, um Maaren aus Streichwolle, Kammwolle, Baumwolle, Seide oder Flachs, sowie aus diesen Faserstoffen gemischte Gewebe schwarz zu färben, welches im Wesentlichen in der Anwendung von salpetersaurem Kupferoxyd mit Extract von Blauholz und Extract von Fustikholz oder einem anderen gelben Färbmaterial als erstem Proceß, und in der Behandlung mit zweifach-chromsaurem Kali als zweitem Proceß besteht. Man gebraucht dabei zwei Kufen, Nr. 1 und Nr. 2. Die Kufe Nr. 1 enthält salpetersaures Kupferoxyd mit einer Lösung von Blauholz- und Fustikholzextract und in gewissen Fällen auch Catechu. Der zu färbende Faserstoff wird bei 10 bis 66° C. (8 bis 52° R.) etwa eine halbe Stunde lang in dieser Kufe behandelt, dann herausgenommen, durch Pressen zwischen Walzen oder auf andere Art von der überschüssigen Flüssigkeit befreit, dann in die Kufe Nr. 2 gebracht, welche eine Losung von chromsaurem Kali und für gewisse Nüancen außerdem ein wenig Kupfervitriol enthält, und darin ebenso wie in Nr. 1 behandelt.

Um nach diesem Verfahren Orleans oder andere gemischte Zeuge zu färben, wird der Inhalt der Kufe Nr. 1 zunächst auf 1 1/4° Baumé (1007,5 spec. Gewicht) gebracht, indem man 16 Pfund trockenes Blauholzextract, 3 Pfd. trockenes Fustikextract |398| und 2 Pfd. salpetersaures Kupferoxyd hinein gibt. Für je 100 Pfd. zu färbende Waare fügt man dann noch hinzu 16 Pfd. Blauholzextract, 3 Pfd. Fustikextract und 2 Pfd. salpetersaures Kupferoxyd, sowie, wenn man die Waare schwer machen will, die angemessene Quantität Catechu. Die Waare wird darauf gewöhnlich etwa eine halbe Stunde lang in dieser Mischung bearbeitet, dann herausgenommen, von der anhängenden Flüssigkeit befreit und hernach in der Kufe Nr. 2 so behandelt wie vorher angegeben wurde. Die Kufe Nr. 1 wird für die folgende Operation wieder mit denselben Quantitäten der Materialien beschickt, indem man die schon gebrauchte Flüssigkeit darin läßt.

Beim Färben von Gespinnsten wird die Kufe Nr. 1 so angesetzt, wie vorstehend angegeben ist, worauf für je 100 Pfd. zu färbendes Garn 25 Pfd. Blauholzextract, 5 Pfd. Fustikextract und 2 Pfd. salpetersaures Kupferoxyd hinzugefügt werden.

In der Kufe Nr. 2 verwendet man sowohl bei Geweben als bei Gespinnsten für je 100 Pfd. derselben 4 Pfd. zweifach-chromsaures Kali, und außerdem so viel Kupfervitriol, als dem Zweck angemessen ist. (Repertory of Patent-Inventions, April 1859, S. 332.)

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