Titel: Ueber Fabrication der gußeisernen Nägel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 152/Miszelle 2 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj152/mi152mi05_2

Ueber Fabrication der gußeisernen Nägel.

Die Mittheilung des Hrn. Malberg im Architekten-Vereine zu Berlin (polytechn. Journal Bd. CLI S. 461), daß zu Sheffield gußeiserne Nägel in großer Menge angefertigt werden, die man aus einem sehr flüssigen Eisen in Sand gießt und dann in feuerfesten Gefäßen in einer Mischung von Rotheisenstein und Sägespänen, in runden Oefen mit mehreren Feuerungen 48–72 Stunden lang glüht, endlich in den Gefäßen der Abkühlung überläßt und hierdurch in sogenanntes hämmerbares (getempertes) Gußeißen verwandelt, erinnert uns daran, daß wir schon vor Jahren auf der herzogt Bernburgischen Hütte am Mägdesprunge den Guß eiserner Schuhzwecken gesehen |394| haben. Merkwürdig ist die Art der Einformung derselben. Das Modell wird in folgender Weise hergestellt. Zwischen den beiden Hälften eines Formkastens formt man je 2 Reihen von Zwecken so ein, daß die Köpfe entgegengesetzt und nach außen hin liegen, während die Spitzen in einander greifen, und eine jede ungefähr zur Hälfte in den oberen und zur anderen Hälfte in den unteren Kasten eingedrückt erscheint, mit ihrem Kopfe aber mit dem Einguß in Verbindung steht. Ist dieß geschehen, so läßt man die beiden Theile des Formkastens um circa 1/2–5/8 Zoll von einander abstehen und gießt Metall (Zink oder Messing) dazwischen. Dieß gibt das Modell – eine Platte, aus welcher oben und unten die Hälften der Zwecken vorspringen, und nach welchem alsdann das Formen der Zwecken geschieht. Wenn man das Modell herausnimmt, und nun beide Theile des Formkastens auf einander bringt, so müssen die entsprechenden Hälften einer jeden Zwecke auf einander zu liegen kommen, und der Abguß im Eisen erfolgt daher mit großer Genauigkeit. Beim Herausnehmen hängen die Zwecken einer jeden Reihe durch den Einguß einem Kamme ähnlich zusammen, sind aber leicht mit der Hand auseinander zu brechen. Ein Tempern derselben findet dort nicht statt. (Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1859, Nr. 22.)

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