Titel: Neue rotirende Egge.
Autor: Pintus, Isidor
Fundstelle: 1859, Band 153, Nr. XLVII. (S. 189–191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/ar153047

XLVII. Neue rotirende Egge; mitgetheilt von J. Pintus, Maschinenfabrikant in Berlin.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die hier zu beschreibende, neue und ganz originelle, von dem Gutsbesitzer Grund in Pommern erfundene Egge, welche vermöge einer äußerst sinnreichen und sehr einfachen Construction bei dem Fortbewegen von selbst rotirt, dürfte alle bisherigen leichten Eggen bald gänzlich in den Hintergrund drängen. Die großen Vortheile dieser Egge sind folgende:

1) die Zinken beschreiben, wie aus der unten entwickelten Theorie hervorgeht, parabolische Bahnen, die sich unter einander fortwährend kreuzen, |190| so daß fortan ein Quer- und Rundeggen nicht mehr erforderlich ist. Es ist bekannt, daß das bisherige Eggen in der Runde die Pferde leicht schwindlig und dumm macht;

2) die Zinken schärfen sich durch das gleichmäßige Abnutzen von allen Seiten stets selbst;

3) ein Verstopfen durch das ausgeeggte Unkraut ist nicht möglich;

4) der Boden wird so vollständig zerkrümelt und geebnet, wie durch keine andere Egge;

5) diese Egge kann auch als gerade gewöhnliche oder als Rhomboidal-Egge benutzt werden.

Beschreibung.

Sechs Balken 1, 2, 3, 4, 5, 6, Fig. 14, sind kreuzweis verbunden. Die Endpunkte sind mittelst einer starken Eisenschiene in der Peripherie eines durch diese Schiene gebildeten Kreises befestigt. An sämmtlichen Kreuzungspunkten, mit Ausnahme des Mittelpunktes, befinden sich starke eiserne Eggenzinken eingeschraubt. Im Mittelpunkte der Kreisegge befindet sich ein starker eiserner Zapfen A, um den sowohl der Zugbaum A, B, als der Hebel A, D drehbar befestigt sind. Der Winkel, den AB mit AD machen soll, wird durch einen Haken x bestimmt, welcher in entsprechende Löcher in A, B eingreift. Auf dem Hebel B befindet sich die eiserne Kugel C, verschiebbar und mittelst eines kleinen Keils befestigt. Die Anspannung geschieht bei B.

Befindet sich die Kugel C in der Fig. 14 angegebenen Lage, so rotirt die Egge bei dem Fortziehen um den Punkt A. Je näher am Drehpunkte A sich die Kugel befindet, um so langsamer, je weiter von A, um so schneller dreht sich die Egge.

Wird der Haken x gelöst und der Hebel mit der Kugel auf den Punkt E gestellt, so dreht sich die Egge gar nicht; soll dieser Fall eintreten, so werden die Haken y, z in die Löcher bei A eingehakt; sie wirkt also, wie eine gewöhnliche Egge. Wird AB in diagonaler Richtung zu den von den Balken gebildeten Rechtecken festgestellt, so wirkt die Egge wie eine Rhomboidal-Egge.

Theorie.

Wird der Mittelpunkt A der Egge Fig. 15 in der Richtung nach B und der Schwerpunkt des ganzen Systems, welcher sich in C befindet, parallel mit AB fortbewegt; wird ferner der Winkel BAC constant gedacht und der Schwerpunkt C außerhalb der Egge angenommen, so wird eine Rotation der Egge in der Horizontalebene eintreten, welche der |191| eines Wagenrades in der verticalen Ebene analog ist, das heißt die bei der Lage A der Scheibe mit abcd etc. bezeichneten Punkte der Peripherie werden auf den durch punktirte Linien angedeuteten Bahnen die Lagen a¹b¹c¹d¹... a²b²c²d² etc. einnehmen, sobald der Mittelpunkt die Lagen A¹A² etc. erreicht. Die Bahnen aa¹a² etc. sind also die Furchen, welche die Zinken der Egge bilden. Es leuchtet ein, daß die eben gebildeten Furchen der vorderen Zähne (hier a bis i) stets von denen der hinteren Zähne (hier l bis s) gekreuzt werden.

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